Dfb gesteht pfiff-panne ein: köln raus aus der kurve, var blieb stumm
Der 1. FC Köln ist einen Punkt ärmer, der BVB gewinnt 2:1 – und der DFB liefert am Sonntag das Eigentor: Yan Couto hatte den Ball in der fünften Minute der Nachspielzeit klar am linken Arm, ein Elfmeter war laut Regelwerk fällig, doch Schiri Daniel Siebert pfiff nicht. Der VAR blieb stumm. Die Nachspiel-Untersuchung spricht nun von „strafbarem Handspiel“ und damit von einem Fehlentscheid, der Köln im Abstiegskampf teuer zu stehen kommen kann.
Coutos arm hing im nichts – und war trotzdem kein grund zum eingreifen
Die DFB-Schiri-GmbH liefert eine Erklärung, die sich liest wie ein Lehrbeispiel für „wie man es sich nicht erklärt“. Der Video-Assistent habe Coutos abgespreizten Arm im Sprung für „natürlich“ gehalten, obwohl der Brasilianer den Ball mit dem Kopf verfehlte und dessen Flugbahn klar erkennbar war. Die Begründung: Die Distanz sei groß gewesen, der Ball habe seine Richtung nicht geändert. Doch genau das macht die Szene so brisant: Couto vergrößerte seine Blockfläche, der Ball prallte an die Hand – und Maina stand nach der Annahme sieben Meter vor dem Tor, vier Dortmunder außer Position. Laut Regel 12 ist das Handspiel strafbar, wenn der Körper „unnatürlich vergrößert“ wird. Ein Sprung rechtfertigt keine Segel-Arm-Haltung, das steht schwarz auf weiß.
Die Konsequenz: Köln verliert, der BVB springt auf Tabellenplatz drei, und die Geißböcke rutschen auf Relegationsrang 16. „Wir hätten uns mit dem Punkt ein Stück Luft verschafft können“, sagt Kapitän Marvin Schwäbe, der Siebert unmittelbar nach dem Abpfiff zur Brust ging. Auch Dortmunds Sportdirektor Lars Ricken gestand im Sky-Gespräch: „Wenn der Elfmeter gepfiffen wird, beschweren wir uns nicht.“ Trainer Niko Kovac pflichtet bei: „Ich hätte gejammert.“

Stadionsprecher trippel wird zum nächsten prüffall
Doch die Schlagzeilen gehen weiter. DFB-Kontrollausschuss ermittelt nun auch gegen Kölns Stadionsprecher Michael Trippel. „Pfui, widerlich!“, donnerte er nach der Roten Karte gegen Jahmai Simpson-Pusey durchs Mikro. Und nach dem Schlusspfiff: „Ein klares Handspiel – aber das guckt sich keiner an!“ Trippel ist seit 1999 die Stimme des RheinEnergieSTADIONs, doch Kritik an Schiedsrichtern über Lautsprecher ist laut DFB-Regelwerk tabu. Klub-Sportchef Thomas Kessler rügte den Langzeit-Mitarbeiter öffentlich: „Dafür gibt es andere, die dafür bezahlt werden.“ Der DFB spricht von „inakzeptablen Äußerungen“, die das Publikum aufhetzen. Ein Verfahren wegen „unsportlichen Verhaltens“ ist anhängig, Geldstrafe oder Stadionverbänge sind möglich.
Für Köln bleibt ein bitterer Beigeschmack: Der BVB profitierte zweimal vom VAR – Rote Karte gegen Simpson-Pusey und ein zurückgenommener Elfmeter nach Video-Beweis –, die Pfiffe zugunsten der Hausherren blieben aus. Die Tabelle lügt nicht: Nach 25 Spielen steht der FC bei 19 Punkten, nur zwei mehr als Platz 17. Die nächsten Gegner: Heidenheim, Bochum, Freiburg. Wer dort nicht zulegt, kann den Blick Richtung 2. Liga nicht mehr vermeiden.
Der DFB beteuert, die Szene werde „intern ausgewertet“. Für Köln zählt nur eins: Der Punkt ist weg, die Luft dünner. Und die Saison rast mit 90-Minuten-Endlichkeitscharakter auf den Klub zu.
