Dfb: eigenkapital wächst – steuerstreitigkeiten belasten aber weiterhin
Ein Pfund kann der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mehr in die Hand nehmen: Mit einem Jahresüberschuss von 19,2 Millionen Euro hat der Verband im vergangenen Jahr seine finanzielle Situation verbessert und das Eigenkapital auf stattliche 188 Millionen Euro aufgeblasen. Doch der Weg zur Schuldenfreiheit ist noch lang, und der Schatten vergangener Steuerverfehlungen liegt weiterhin über dem Fußballverband.
Campus-bau und zukunftsinvestitionen im fokus
Die positiven Zahlen ermöglichen es dem DFB, die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Bau des DFB-Campus weiter abzubauen. Stephan Grunwald, Schatzmeister des Verbandes, betonte, dass trotz „wirtschaftlich herausfordernden Zeiten“ das ambitionierte Ziel, am Jahresende 2029 schuldenfrei zu sein, weiterhin verfolgt wird. Präsident Bernd Neuendorf unterstrich die Bedeutung wirtschaftlicher Vernunft als Basis für zukünftige Entscheidungen. Es geht nicht nur um die Tilgung von Schulden, sondern auch um gezielte Investitionen in die Zukunft des deutschen Fußballs – eine Investition in die nächste Generation und die Verbesserung der Infrastruktur.

Der bittere nachgeschmack von 2006 und der kampf um die steuererstattung
Doch die Freude über den Überschuss wird getrübt durch die anhaltenden Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt. Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit für die Jahre 2006, 2014 und 2015 lastet weiterhin schwer auf dem DFB. Der Fall 2006, der sich aus den Ereignissen rund um die WM 2006 ableitet, ist besonders brisant. Nach einer Verurteilung zu einer Geldstrafe in Höhe von 130.000 Euro kämpft der Verband vor dem Finanzgericht Kassel um die Rückerstattung seiner Steuernachzahlungen. Der frühere Schatzmeister Stephan Osnabrügge wurde im Februar vor dem Landgericht Frankfurt/Main zwar im Zusammenhang mit den Jahren 2014 und 2015 freigesprochen, was dem DFB Hoffnung auf eine Rückzahlung von rund 30 Millionen Euro gibt, doch der Ausgang des Verfahrens ist alles andere als sicher.

Unsicherheit im verfahren: finanzamt übernimmt bearbeitung
Die jüngste Entwicklung, dass das Finanzamt Bad Homburg die Bearbeitung der Einsprüche übernommen hat, sorgt für zusätzliche Verwirrung. Der DFB äußert sich dazu zurückhaltend: „Zum weiteren Verfahrensverlauf und der Verfahrensdauer können derzeit keine Angaben gemacht werden.“ Die Ungewissheit über den Ausgang des Steuerstreits stellt eine erhebliche Belastung dar und erschwert die langfristige Finanzplanung des Verbandes. Es bleibt abzuwarten, ob der DFB seine Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe durchsetzen kann.
Die Zahlen des DFB zeigen ein ambivalentes Bild: Einerseits wächst das Eigenkapital, andererseits belasten die Altlasten aus der Vergangenheit die finanzielle Stabilität des Verbandes. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die Schulden abzubauen und das Vertrauen in den DFB wiederherzustellen.
