Deutschlands handballer starten mit fragezeichen: grgic und mertens fehlen beim kader-lehrgang

Dortmund. Während die Fans bereits ihre Tickets für die Doppel-Partie gegen Ägypten kloppen, fehlen zwei Leistungsträger beim ersten EM-Nachlehrgang der DHB-Auswahl. Marko Grgic und Lukas Mertens – beide eigentlich gesetzt – sind nicht da. Der Grund: unterschiedlich, aber gleich unangenehm.

Grgic, der Rückraum-Shooter von Flensburg-Handewitt, war schon am Wochenende krankgeschrieben und verpasste das Derby gegen den THW Kiel. Er soll heute, Dienstag, nachrücken – wenn die Grippe ihn lässt. Mertens, Linksaußen und Magdeburgs Torgefahr, blieb aus „privaten Gründen“ zunächst fern und wird erst am Montagabend eintreffen. Der Deutsche Handballbund (DHB) nennt keine Details, Teammanager Benjamin Chatton spricht nur von „mehr Änderungen und Fragezeichen als erhofft“.

Die tickets für ägypten sind weg, die nerven blank

Die tickets für ägypten sind weg, die nerven blank

Die Termine stehen: Donnerstag, 19. März, Westfalenhalle Dortmund, 18.15 Uhr live bei ProSieben. Sonntag, 22. März, ÖVB-Arena Bremen, 15.30 Uhr. Beide Hallen melden Restkontingente – ein klarer Indikator dafür, dass das Team trotz EM-Silber noch Selbstvertrauen tanken muss. Gegen den Rekord-Afrikameister will Nationaltrainer Alfreð Gíslason Test-Routinen einstudieren, doch schon der Trainingsauftakt verläuft holprig.

Die Personalie Grgic beschäftigt den Stab zusätzlich. Flensburg bestätigte zwar keine Corona-Infektion, doch im Umfeld sickert durch, dass der 26-Jährige derzeit kaum Belastung verträgt. Mertens’ Ausfall hingegen wirkt wie ein klassischer Familien-Notfall – die Art, die Spieler nie gern kommentieren, weil sie Privates schützt. Für Gíslason heißt es: Umplanen. Die Automatismen auf Linksaußen und im Rückraum lassen sich nicht einfach austauschen wie Handtuchhalter.

Die Fans jedenfalls sind ungeduldig. Die DHB-Hotline meldet Anrufe, in denen gefragt wird, ob denn „noch Stars kommen“. Die Antwort lautet: Ja, aber mit Verzögerung. Die Ägypter reisen indes komplett an – und werden alles daran setzen, dem Vize-Europameister die nächsten Lehrstunde zu geben.

Die Situation ist längst kein Drama, aber ein Stresstest. Denn wer beim Lehrgang fehlt, riskiert den Platz im Kader für die kommenden Quali-Spiele gegen Lettland und Österreich. Und die liegen bereits im Mai.