Deutschland tiefblau: das letzte adidas-trikot kommt mit zacken und herz

Kein Schwarz-Weiß, kein Grau, kein Retro-Rot. Das Auswärtstrikot für die WM 2026 taucht die DFB-Elf in ein Nachtblau, das an die Trainingsanzüge von 1982 erinnert – und gleichzeitig das Ende einer Ära markiert. Nach 72 Jahren verabschiedet sich adidas mit einem Design, das wie ein Schlag auf den Asphalt wirkt: Zacken, Türkis, 100 Euro.

Die letzte schlacht in drei streifen

Die letzte schlacht in drei streifen

Am 27. März in Basel, beim Test gegen die Schweiz, wird Florian Wirtz als erster Spieler das neue Dress tragen. „Ein Deutschland-Trikot in dieser Farbe finde ich ungewöhnlich – aber richtig gut“, sagt der Leverkusener, während die Kamera seinen Namen auf dem Rücken zoomt. Die diagonalen Zacken laufen nicht nur über die Brust, sie explodieren förmlich aus dem Nacken heraus – ein Reminiszenz an alte adidas-Schuhkartons, die in den 90ern jedes Kinderzimmer beherrschten.

Im Saum stickt „Seit 1954“. Kein Marketing-Claim, sondern eine Grabinschrift. 2027 übernimmt Nike den DFB-Vertrag bis 2034, adidas kassiert 180 Millionen Euro für den Abschied. Jürgen Rank, Chef-Trikotdesigner, schwärmt vom „Besten, was wir je rausgeholt haben“. Gemeint ist: ein letztes Mal Heimvorteil im Kleiderschrank.

Die türkisen Akzente sind kein Zufall. Sie spiegeln die Lichter der US-Stadien, in denen Deutschland im Sommer 2026 um den Titel spielt. Ob Wirtz, Musiala oder Undav das Dress tragen dürfen, entscheidet Nagelsmann Anfang Mai. Bis dahin hängt es in Fan-Shops neben den alten Weltmeister-Trikots – ein Relikt, bevor der Swoosh die Macht übernimmt.

Die U-Nationalmannschaften erhalten das gleiche Modell, nur ohne Preisschild. Für sie beginnt mit dem tiefblauen Jersey eine neue Ära – für adidas endet sie. Der Verkauf startet am Tag der Premiere. 100 Euro, limitierte Stückzahl, danach nur noch auf Ebay für dreimal so viel. Wer eins will, sollte sich beeilen. Nach Basel gibt es kein Zurück.