Deutschland stolpert, gewinnt: test gegen usa endet torreich

Chicago bebte, und nicht nur wegen der sommerlichen Hitze. Die deutsche Nationalmannschaft präsentierte sich im letzten Test vor der WM 2026 gegen die USA alles andere als fehlerfrei, brachte das Spiel aber letztlich mit 2:1 nach Hause. Ein Auftritt mit Licht und Schatten, der vor dem Turnierbeginn Fragen aufwirft.

Defensive wackelt, angriff zeigt hoffnung

Julian Nagelsmann hatte vor dem Spiel eine klare Ansage gemacht: Die Mannschaft solle wie ein Eröffnungsspiel bei der WM auftreten. Ein Auftritt, der vor allem in der ersten Halbzeit jedoch kaum zu sehen war. Die USA, angetrieben von einem aggressiven Mittelfeld, setzte die Abwehr der DFB-Elf früh unter Druck. Ein fataler Fehlpass leitete das 1:0 der Gastgeber ein, als Antonee Robinson aus spitzem Winkel traf – ein Tor, das die deutsche Defensive vor eine deutliche Zäsur zwang.

Kai Havertz sorgte mit einem Kopfball nach Freistoß von Joshua Kimmich für den Ausgleich, doch die anfängliche Euphorie verflog schnell. Die USA blieb gefährlich, und die Abwehr um Jonathan Tah wirkte oft unsicher und unkoordiniert. Es fehlte an Abstimmung und Entschlossenheit, was sich in zahlreichen Unachtsamkeiten zeigte.

Die zweite Hälfte begann ähnlich turbulent. Die deutsche Mannschaft fand zunächst nicht in ihren Rhythmus, während die USA weiterhin mit viel Energie agierte. Doch dann kam Leroy Sané, der mit einem präzisen Schuss das 2:1 markierte und die Partie für Deutschland entsprach. Ein Treffer, der zwar Erleichterung brachte, aber die defensiven Schwächen nicht kaschierte.

Die letzten Minuten verliefen zwar ohne weitere Gegentreffer, doch der knappe Sieg schmeckt im Hinblick auf die WM nicht unbedingt süß. Die Abwehr muss sich deutlich stabilisieren, wenn die DFB-Elf in Houston gegen Curacao und anschließend im Turnierverlauf bestehen soll.

Die Offensive hingegen zeigte zumindest Ansätze von Spielfreude und Torgefahr. Havertz und Sané bewiesen, dass sie eine Gefahr für die gegnerischen Abwehrreihen darstellen können. Doch auch hier gilt: Die Abstimmung muss verbessert werden, um die Chancen optimal zu nutzen.

Die Partie gegen die USA war somit ein Spiegelbild der aktuellen Situation der deutschen Nationalmannschaft: Eine Mannschaft mit Potenzial, aber auch mit deutlichen Schwächen. Ob Nagelsmann es schafft, die Defensive bis zum WM-Start zu stabilisieren und die Offensive weiterzuentwickeln, wird entscheidend sein für den Erfolg im Turnier.

Fazit: generalprobe mit fragezeichen

Fazit: generalprobe mit fragezeichen

Die Generalprobe vor der WM war alles andere als ein souveräner Auftritt. Die DFB-Elf gewinnt zwar, aber die Defensive wirft Fragen auf. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Nagelsmann die richtigen Antworten parat hat. Denn eines ist klar: Gegen stärkere Gegner als die USA werden die Schwächen in der Abwehr noch deutlicher bestraft werden. Die Mannschaft muss sich spürbar verbessern, wenn sie bei der WM 2026 eine ernstzunehmende Rolle spielen will.