Deutschland scheitert im sechzehntelfinale: das drama gegen paraguay in zahlen

120 Minuten pure Anspannung, zwei Auswechslungen in der Verlängerung, ein Tor nach VAR-Entscheidung zurückgenommen. Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der WM 2026 in den USA gegen Paraguay alles gegeben – und steht dennoch vor dem Aus. Das 1:1 nach regulärer Spielzeit war erst der Auftakt eines Nervenkriegs, der in Foxborough bei fast 30 Grad zur Tortur wurde.

Die aufstellung, die nagelsmann vertraute

Julian Nagelsmann setzte auf Erfahrung und Klasse. Manuel Neuer hütete das Tor, die Abwehr bildeten Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Antonio Rüdiger und der überraschend nominierte Jamie Brown. Im Mittelfeld agierten Lukas Nmecha und Aleksandar Pavlovic, während die Offensive mit Leroy Sané, Deniz Undav, Florian Wirtz und Kai Havertz besetzt war. Havertz belohnte diese Entscheidung mit dem 1:1 in der 54. Minute.

Paraguay dagegen vertraute auf Gustavo Gill im Tor und eine defensive Blockformation, die den Deutschen das Leben schwer machte. Julio Enciso hatte bereits in der 42. Minute für den Führungstreffer gesorgt.

Die momente, die das spiel kippten

Die momente, die das spiel kippten

In der 102. Minute schien Deutschland den Siegtreffer erzielt zu haben. Doch der VAR griff ein, das Tor wurde zurückgenommen. Ein Schlag, aus dem sich die Mannschaft nicht erholte. Die Verlängerung entwickelte sich zum Kräftemessen mit sich abzeichnenden Erschöpfungszuständen.

Jamal Musiala, in der zweiten Halbzeit eingewechselt, geriet immer wieder an Matías Galarza Fonda. Die beiden lieferten sich ein hartes Duell, das in der 115. Minute mit gelben Karten für beide Seiten endete. Musialas Revanchefoul, Galarza Fondas taktisches Foul kurz darauf – die Paraguayer zogen die Zeit, die Deutschen verzweifelten.

Nagelsmann reagierte in der 110. Minute mit einem Doppelwechsel: Thiaw und Amiri kamen für Rüdiger und Wirtz. Amiri hätte in der 120. Minute fast zum Helden werden können, sein Freistoß touchierte aber nur das Außennetz. Die letzte Chance.

Was jetzt zählt

Das Elfmeterschießen stand kurz bevor, als der Live-Ticker endete. Doch die Geschichte dieses Abends ist bereits klar geschrieben: eine Mannschaft, die ihre Chancen nicht nutzte, gegen eine andere, die wusste, wie man ein Turnierspiel über die Zeit rettet. Die deutsche WM 2026 endet im Sechzehntelfinale – das früheste Aus seit 1938. Die Zahlen lügen nicht: ein zurückgenommenes Tor, zwei gelbe Karten in drei Minuten, 30 Grad Hitze und 120 Minuten Hoffnung, die in der Verlängerung verpuffte.