Deutschland kassiert dreifach-k.o. – traum von medaille schmilzt in mailand

Die Zahlen sind hart, die Wahrheit noch härter: drei Spiele, drei Niederlagen, ein Tor erzielt, 27 bekommen – das deutsche Sledge-Hockey-Team rutscht bei den Winter-Paralympics in der Mailänder Arena Santagiulia vom Gruppenletzten direkt in die Bedeutungslosigkeit.

Der 1:2-Erfolg der Gastgeer gegen Jörg Wedde und Co. kam trotz früher Führung. Jano Bußmann traf zum 19. Geburtstag nach 183 Sekunden, doch die italienische Druckphase im zweiten Drittel reichte zum Umschlag. 4 873 Fans jubelten, die deutsche Bank starrte auf die Uhr – vergeblich.

Willmann spricht von „kreisel im kopf“

Willmann spricht von „kreisel im kopf“

Die 0:12- und 0:13-Klatschen gegen USA undChina hatten Spuren hinterlassen. Bundestrainer Peter Willmann gestand nach dem Abpfiff: „Die Jungs haben heute wieder Eishockey gespielt, nicht nur Schlittschuhlaufen.“ Gemeint: Diesmal stand eine Abwehr, diesmal gab es Chancen. Nur – Chancen alleine zählen nicht.

Am Donnerstag winkt das Nachbarschaftsduell gegen Slowakei oder Japan, beide ebenfalls punktlos. Der Gewinner spielt um Rang fünf – das Minimalziel, das vor Turin 2006 schon einmal verschimmelt war und nun wieder die Obergrenze darstellt.

Die Medaillen-Hoffnung der deutschen Delegation ruht indes auf anderen Schultern. Forster fuhr Gold, Cuche sogar Doppel-Gold – die Sledge-Cracks bleiben Außenseiter. Wer bei minus 27 Toren in die Runde der letzten Vier startet, braucht kein Trainer, sondern ein Wunder.

Die Arena verliert sich in Applaus für die Italiener, die deutsche Hymne ertönt nicht. Stattdessen summt das Kühlsystem – wie ein leiser Spott auf den Traum von einer Medaille, der in Mailan einfach davonfährt.