Kevin wiethaup schlägt schalke aus – ksc zieht talent ablösefrei an den wildpark
Kevin Wiethaup kommt – und er kommt umsonst. Der 20-jährige Mittelfeld-Dribbler verlässt den VfL Osnabrück Richtung Karlsruher SC, obwol Königblau anklopfte. Der Grund: Er traut Schalke den Aufstieg zu, sich selbst aber nicht genug Minuten in der Bundesliga.
Warum wiethaup den großen sprung verschob
Die Entscheidung fiel Ende Februar, wurde aber erst jetzt publik. Wiethaup saß in der Kabine, schaute auf die Tabelle und rechnete: 14 Punkte Vorsprung auf Platz vier, 13 Spiele noch. Für Schalke 04 riecht das nach direktem Wiederaufstieg. Für ihn aber nach Tribüne. „Ich will spielen, nicht dabei sein“, sagt er laut Umgebung. Also lehnte er ab, sagte Karlsruhe zu – Zweitliga-Fußball mit Perspektive.
Die Ablöse? Fehlanzeige. Osnabrück hätte ihn gern gehalten, doch der Vertrag läuft aus. Statt Geld investierte der KSC offenbar in ein Salärpaket, das Elversberg, Paderborn und selbst Schalke übertrumpfte. Geschäftsführer Sport Mario Eggimann nennt das „eine klare Kampfansage an die Konkurrenz“. Direktor Timon Pauls sieht in Wiethaup „eine Mischung aus Kreativität und Gegenpressing, wie wir sie nur selten bekommen“.

15 Spiele, 0 tore – trotzdem jagt ihn die liga
Statistisch klingt der Offensivmann noch nach Rohdiamant: 15 Drittliga-Einsätze in dieser Saison, neunmal von Beginn an, kein Tor. Doch die Zahlen trügen. In der Rückrunde agierte er als Box-to-Box-Player, startete 42 Mal in den Gegenpressing-Sprint, gewann 58 Prozent der Zweikämpfe in der gegnerischen Hälfte – Spitzenwert im Kader. Sein einstiger Trainer in Osnabrück schwärmt von „einem 8er, der in der 4-2-3-1 sofort die 10 übernehmen kann“.
Die Badener planen genau das. Mit 1,85 m gleichzeitig größer als alle aktuellen zentralen Mittelfeldspieler, soll Wiethaup das Umschaltspiel beschleunigen. Bei Karlsruhe brach man sich in der Wintervorbereitung den Kopf über mangelnder Durchschlagskraft; mit ihm bekommt das Spiel eine zusätzliche vertikale Dimension.

Osnabrücks abschied mit offenem visier
Technischer Direktor Daniel Latkowski ließ keinen Zweifel: „Wir wollten verlängern, ihm den nächsten Schritt bei uns aufzeigen.“ Jetzt heißt es intern: Kein Neid, kein Frust. Der VfL sichert sich nach Aussage von Clubkreisen eine Nachwuchsrücklage plus eine Beteiligung an einem zukünftigen Weiterverkauf – kleine Trophäe für ein Leihgeschäft, das nie stattfand.
Bis Sommer bleibt Wiethaup offiziell Osnabrücker. Intern signalisieren beide Seiten: Vollgas bis Mai, dann Abschied mit erhobenem Haupt. „Er wird uns helfen, die rote Laterne abzuschneiden“, sagt Latkowski. Und Karlsruhe? Dort wartet schon ein mit Trainingsplänen gefüllter Umschlag – plus die Gewissheit, dass der Neuzugang längst die Zweitliga-Physik mitbringt.
Am Wildpark glaubt man fest daran, dass sich die Aktion auszahlt. Schließlich spricht die jüngste Historie für Mut: Wer in den vergangenen drei Jahren ablösefrei kam, lieferte Rendite – Stenzel, Wanitzek, Schleusener. Wenn Wiethaup den Sprung schafft, wird der KSC erneut wie ein König operiert – und Schalke darf sich fragen, ob die eigene Bundesliga-Zukunft wirklich kompatibler war.
