Deutschland gegen ägypten heute live: der dhb startet den marathon richtung wm 2027

Die Silbermedaille ist verstaubt, der Ball rollt wieder. Um 18.15 Uhr eröffnet der Deutsche Handball-Bund in Dortmund gegen Afrikameister Ägypten die Qualifikationsphase für die Heim-WM 2027 – und spielt dabei bereits seine zweite Partie innerhalb von 72 Stunden. Der Grund: Die DHB-Planer haben sich selbst unter Druck gesetzt, weil sie wissen, dass nur ein verschärfter Rhythmus die Mannschaft reift.

ProSieben springt mit ins Boot. Der Sender, der im Februar 60 Länderspiele für rund 25 Millionen Euro sicherte, zeigt das Duell erstmals live im Free-TV. Los geht es um 17.45 Uhr, zehn Minuten später startet der Bezahlstream Dyn. Die Frage ist nicht, wo man zusieht, sondern wen. Denn Bundestrainer Alfred Gislason rotiert kräftig.

Grinsen auf linksaußen, fragezeichen im tor

Rune Dahmke rutscht raus, Tim Freihöfer rutscht rein. Lasse Ludwig, 23, Torhüter aus der Bundesliga-Spitze, feiert sein Debüt im Nationaldress. Andreas Wolff, der EM-Held, darf kurz durchschnaufen. „Wir wollen jeden einzelnen testen, bevor es ernst wird“, sagt Gislason. Die Personalie dahinter: Der Isländer baut ein Team für sieben Turniermonate, nicht nur für zwei Freundschaftsspiele.

Ägypten gilt als idealer Gegner. Die Mannschaft von Roberto García Parondo spielt mit Tempo, wechselt ruckzuck die Deckung und jagt aus dem Rückraum wie kaum eine andere Nation außer Dänemark und Frankreich. „Wenn wir deren Druck nicht aushalten, haben wir 2027 ein Problem“, sagt Gislason. Deshalb testet er heute eine 3-2-1-Abwehr mit variablem Mittelblock, die Juri Knorr und Julian Köster steuern sollen.

Die westfalenhalle wird zur brandwand

Die westfalenhalle wird zur brandwand

13.000 Tickets weg, Restbestände sind nur noch am Sektor F erhältlich. Die Fans wollen sehen, ob Silber von der EM in Split auch Standfestigkeit bedeutet. Die Antwort liefert vor allem Johannes Golla. Der Kreisläufer führt als Kapitän die jungen Flügel, hat aber auch intern klare Ansagen gegeben: „Kein Sonntagsspaziergang, sondern Vorbereitung auf den Gegner, der uns in der WM-Vorrunde treffen kann.“

Die Zahlen sprechen für sich: Deutschland gewann fünf der letzten sechs Tests gegen afrikanische Teams, kassierte aber immer mindestens 24 Tore. Das ist die offene Rechnung, die Abwehrcoach Jesper Holmriis heute begleicht will. Gelingt die Null gegen den Kreis, ist das mehr wert als jedes Showtor.

Am Ende steht eine Erkenntnis: Die Partie ist erst der Anfang. Nach Ägypten folgt am Samstag direkt Portugal, dann im Sommer Polen, Frankreich und Norwegen. Gislason nennt das „Mini-WM-Modus“. Wer heute glänzt, sichert sich keinen Platz im Kader, aber einen Vorsprung im Kopf. Und genau darum geht es, wenn in drei Jahren die Titeljagd vor eigenem Publikum beginnt. Die Uhr tickt – die Halle auch.