Deutschland fordert den afrikameister: gislasons erste wm-generalprobe
Die Handball-Nationalmannschaft jagt nach EM-Silber den nächsten Kracher – und das gleich vor heimischer Kulisse. Am Donnerstag (18.15 Uhr, Westfalenhalle Dortmund) empfängt der DHB-Team den ägyptischen Kontinental-Champion. Für Bundestrainer Alfred Gislason ist das mehr als ein Test: Es ist die erste echte Standortbestimmung auf dem Weg zur Heim-WM 2027.
Prosieben springt ein – und ein berliner jungspund auch
Erstmals zeigt ProSieben ein Länderspiel der deutschen Handballer live und in voller Länge. Beginn der Sendung: 17.45 Uhr. Parallel gibt es den Stream bei Dyn, wo bereits zehn Minuten vor Anpfiff die Vorberichte laufen. Dahinter steckt ein milliardenschwerer Rechte-Deal, den die ProSiebenSat.1-Gruppe im Februar abgeschlossen hat – 60 Partien, vier Jahre, kein einziges Paywall-Geheimnis mehr.
Auf dem Feld ist vor allem ein Name neu: Lasse Ludwig. Der 22-jährige Füchse-Keeper feiert sein Debüt im Kader. Statt Andreas Wolff – der Routinier darf nach 83 Länderspielen durchschnaufen – steht er erstmals unter dem Scheinwerferlicht der Nationalelf. Linksaußen Tim Freihöfer rückt ebenfalls neu ins Aufgebot, er löst Rune Dahmke ab. Ansonsten setzt Gislason auf Kontinuität: „Der Kern ist gewachsen, jetzt muss er reifen“, sagt der Isländer knapp.

Ägypten lockt mit wüsten-tempo und rückraum-kanonen
Die Gäste gelten als unbequemster Außenseiter der Welt. Nach Dänemark und Frankreich erzeugt kein Team mehr Druck aus dem Rückraum. „Uns erwartet eine Art Mini-WM“, warnt Gislason. Für die deutsche Abwehr bedeutet das: Laufverbot für Halbdistanzschützen Mohammad Sanad und Ahmed Hesham, sonst wird es eng.
Die Westfalenhalle ist seit Tagen ausverkauft, 12.000 Fans werden zur Weißglut treiben. Die Statistik? Makellos. Drei Vergleiche mit Ägypten, drei Siege – zuletzt 33:25 bei den Olympischen Spielen 2021. Nur die Erinnerung an die EM-Niederlage gegen Spanien sitzt noch tief. Ein Sieg würde nicht nur die Bilanz perfektionieren, sondern auch die Moral vor dem kommenden Duell mit Polen schärfen.
Die deutsche Startformation wird wohl mit David Späth im Tor, Julian Köster und Juri Knorr im Mittelblock sowie Johannes Golla auf dem Kreis anrennen. Draußen bleibt nur, wer zögert. Gislason: „Wir wollen Tempo, wir wollen Risiko, wir wollen den Gegner erdrücken – schon heute.“
Die Uhr tickt. In 940 Tagen ist Heim-WM. Jede Sekunde zählt.
