Deutschland bleibt ohne sieg: 1:2 gegen italien – der traum ist makulatur

0 Punkte, 3 Spiele, 26 Gegentore – die Zahlen sind so hart wie das Eis, auf dem sich die deutsche Sledghockey-Auswahl das Genick stürzte. Gegen Italien reichte ein frühes Geschenk von Jano Bußmann zum 19. Geburtstag nicht, weil hinten wieder einmal nichts funktionierte. 1:2 – das ist das bittere Fazit nach 45 Minuten, in denen der Gastgeber die deutsche Abwehr wie ein Schlauchboot zerfetzt hat.

Die offensive flüstert, die abwehr schreit

Peter Willmann hatte vor den Spielen noch von „Platz fünf als realistischem Ziel“ gesprochen. Realistisch ist jetzt nur noch: Wenn die Slowakei oder Japan morgen ebenfalls patzt, darf Deutschland um Rang sieben spielen. Das ist die Trostlosigkeit in Reinform. Jörg Wedde, Fahnenträger und Anführer, schleppte sich mit hängender Schulter vom Feld, die Schlittschuhe klackerten wie Nagellack auf Beton. Keiner der 4.873 Zuschauer in der Arena Santagiulia wollte anschließend noch Autogramme.

Die Kurzanalyse liest sich wie ein Lehrbuch für „So nicht“: Nach dem 1:0 schalteten die Italiener um auf Angriffs-Modus, pressten die deutschen Aufbauspieler in die eigene Hälfte und erzwangen innerhalb von 103 Sekunden den Ausgleich. Der zweite Gegentreffer fiel, weil die deutsche Box keinen einzigen cleared Puck sauber herausbrachte – stattdessen landete die Scheibe genau vor dem Schläger von Giuseppe Caligara, der keine Einladung ausschlägt.

Morgen heißt es abschied nehmen vom halbfinale

Die Stimmung im Mixed-Zone-Tunnel war zwischen Apathie und blankem Frust. Bußmann presste die Lippen zusammen, als wollte er sich selbst beschimpfen. „Wir haben es wieder einmal vermasselt, weil wir hinten nicht zupacken“, sagte er leise, fast unhörbar zwischen den Kamerablitzlichtern. Bundestrainer Willmann schob die Brille hoch und sprach von „kleinen, individuellen Fehlern“. Klein? Die Tore 25 und 26 in drei Partien sind alles andere als Marginalie.

Die Rechnung ist dennoch einfach: Ein Sieg gegen den Gruppenletzten von B beschert Deutschland das kleine Finale um Rang fünf. Verlieren sie wieder, landen sie auf dem vorletzten Platz – das wäre das schlechteste Abschneiden seit Turin 2006. Die Medaillen tragen andere, die deutsche Truppe trägt nur die Frage nach der Zukunft dieser Sportart im Land.

Die letzte Hoffnung heißt nun Slowakei oder Japan – Teams, die ebenfalls noch auf Null Punkte stehen, aber nicht mit dem Rücken gegen die Wand spielen. Für Deutschland zählt nur noch ein Sieg, sonst bleibt von der Paralympic-Mission nur die Erkenntnis: Ohne kompakte Abwehr läuft selbst das schnellste Sledge nur im Kreis.