Deutsches super-team rutscht in lahti ab: 70 zentimeter fehlen zum podest

Die rote Zahl neben dem Namen von Felix Hoffmann und Philipp Raimund war kaum größer als ein Daumenabdruck: 1,2 Punkte. Genau die Differenz, die das deutsche Duo am Sonntag im finnischen Lahti vom Podest trennte. Dahinter steckt eine Geschichte von Beinen, die nicht mehr so schnell sind, und von einem letzten Satz, der alles zunichtemachte.

Der letzte sprung wird zur falle

Raimund hatte am Freitag noch den ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere gefeiert – dank der Disqualifikation von Domen Prevc. 48 Stunden später fehlte „einfach ein wenig Energie“, gestand er nach dem Super-Team-Wettkampf. Die Beine waren „langsamer, als ich das gerne gehabt hätte“. Mit 122 Metern im Finale rettete er zwar Rang vier, verpasste aber die Attacke auf Finnlands Heimhelden Niko Kytosaho und Antti Aalto, die zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder ein Podest für ihr Land holten.

Österreichs Jan Hörl und Daniel Tschofenig spielten ihre eigene Liga: 858,6 Punkte, 43,4 Zähler vor den Deutschen. Das entspricht in der Sprungsprache einer halben Schanze Vorsprung. Slowenien sicherte sich Silber, Finnland kassierte das mit Abstand lauteste Jubelgeschrei des Tages.

Hoffmann findet zurück ins normale springen

Hoffmann findet zurück ins normale springen

Positiv hält die DSV-Crew trotzdem fest: Hoffmann zeigte mit 124,5 Metern im dritten Durchgang seine beste Weite des Winters. „Im Vergleich zu den letzten Wochen bin ich wieder auf die Sprünge gekommen“, sagt der 22-Jährige. Es klingt wie ein Neuanfang, der allerdings zu spät kommt, um die Medaillen hinterherzutragen.

Die Leistungsdichte im Männer-Weltcup ist längst so groß, dass sich selbst ein verunglückter letzter Sprung des Norwegers Marius Lindvik (116 m) nicht mehr ausreicht, um die Reihenfolge zu kippen. Deutschland bleibt auf Platz vier – und damit in der Rolltreppe der fast Gewinner.

Die Saison neigt sich dem Ende zu, die Frage nach dem nächsten deutschen Podest bleibt offen. In Planica könnte die Antwort stehen – oder eben auch nicht.