Deutsches biathlon-debakel in otepää: strelow schießt sich selbst ab
Justus Strelow, Deutschlands sonst eisgekühlter Schießwunder, knallte sich beim Weltcup in Otepää selbst in die Tiefe. Drei Strafrunden, zwölf Nachlader – das war keine Panne, das war kollektives Versagen. „Das schlechteste Rennen, das ich je gemacht habe“, sagte er, und man hörte, wie seine Stimme zerbrach.
Voigt rettet das minimalziel
Vanessa Voigt lief, als hätte sie das Feuer der anderen mitgebracht. Viermal musste sie nachladen, doch ihre Ski trugen sie noch in die Nähe des Podests. Am Ende fehlten zwei Minuten zur norwegischen Spitze – eine Ewigkeit, gemessen an den Sekunden, die Strelow an der Matte verschenkte. Platz vier im Single Mixed – das war nichts als Notstop.
Kurz darauf folgte die nächste Schießorgie. Philipp Horn wiederholte das Desaster: drei Strafrunden, Julia Tannheimer legte nach. Die Mixed-Staffel rutschte auf Rang fünf, weil Philipp Nawrath und Selina Grotian wie Berserker liefen und die Konkurrenz sich selbst traf. Schweden jubelte, Deutschland zählte Scherben.

Nawrath bleibt letzte zählung
Die Bilanz ist so karg wie der estnische Winter: ein Podestplatz an drei Tagen – Nawraths Sprintdritter. Im Gesamtweltcup ist er als Zehnter der einzige Deutsche in der Top Ten. Die Männer liegen in der Nationenwertung auf Platz fünf, die Frauen auf vier. David Zobel erklärte seine Saison nach Startnummer 60 und 34 für beendet. Fast alle werden am kommenden Wochenende in Oslo nur noch auf den Abflug nach Hause schielen.
Die Saison war ein einziger Schuss ins Schwarze des eigenen Fußes. Wer in Oslo nicht trifft, trifft spätestens beim Packen der Koffer.
