Deutscher pokerprofi schwecht stoppt negativserie und kassiert 370.000 euro

Die Serie deutscher Final-Niederlagen beim GGMillions ist gerissen. Tobias Schwecht hat auf GGPoker das wöchentliche 10.300-Dollar-Highroller-Event gewonnen und 370.000 Euro nach Hause geschickt. Das war nicht nur sein erster Titel in diesem Format, sondern auch ein Statement an alle, die die deutsche Online-Elite bereits abgeschrieben hatten.

Es war sein viertes Finale in der Reihe, doch bisher hatte Schwecht stets das Nachsehen. Diesmal startete er als Siebter der neun verbliebenen Spieler – eine Position, aus der selbst Routiniers selten aufstehen. Innerhalb der ersten Blind-Stufe verdoppelte er jedoch mit Königen gegen Ass-König und schob sich in die Spitzengruppe. Als nur noch fünf Gegner übrig waren, schaltete er den portugiesischen Ausnahmespieler Joao Vieira aus. Die Vorentscheidung lieferte ein Coinflip gegen den Schweden Niklas Astedt, den viele Experten als besten Online-Pokerer der Welt betrachten.

Heads-up gegen astedt: schwecht lag zurück, blieb aber dran

Heads-up gegen astedt: schwecht lag zurück, blieb aber dran

Mit 3:1-Chipdefizit ging es in den Zweikampf. Schwecht verzichtete auf Spektakel, spielte Position, setzte kleine Druck-Pots und nutzte die Schwächen des Schweden aus der Small-Blind-Position. Drei Stunden später war Astedt auf Null – und Schwecht konnte sich zum ersten Mal in diesem Jahr als deutscher Sieger feiern lassen. Die 370.000 Euro sind zugleich seine größte Online-Cash und katapultieren ihn auf Rang 16 der deutschen All-Time-Money-Liste.

Ein weiterer deutscher Spieler durfte jubeln: Tim Krämer landete als Vierter und kassierte 170.000 Dollar. Der Wiener, der sonst nur Mid-Stakes spielt, hatte 82,9 Prozent seiner Action verkauft – 29.000 Euro bleiben in seiner Tasche. Für ihn ist es die bei Weitem größte Poker-Prämie seiner Karriere.

Parallel lief in Jeju die Triton Super High Roller Series. Sebastian Gaehl sicherte sich im 20.000-Dollar-Event Platz sieben und 170.000 Dollar. Das Festival läuft noch bis 1. April – und plötzlich wirkt die deutsche Poker-Szene wieder so, als hätte sie die Krise überwunden.