Sex-attacke nach handball-europacup: melsungen schlägt alarm

Eine Frau, ein Schritt zu viel, ein Verein in Aufruhr. Nach dem Europacup-Sieg von MT Melsungen gegen Vardar Skopje (34:25) kam es in der Halle zur sexuellen Belästigung einer Zuschauerin – verübt mutmaßlich durch einen mitgereisten Fan des mazedonischen Klubs.

Der vorfall in der gästebank-zone

Die Tat passierte laut Polizeiangaben nur Minuten nach dem Schlusspfiff, nah an der Auswechselbank der Gäste. Die Frau wurde am Oberkörper begrapscht, konnte sich losreißen und sucht seither psychologische Betreuung. Täter: unbekannt. Zeugen: bisher nicht geortet.

Andreas Mohr, Vorstand der MT Melsungen, reagiert mit seltener Offenheit: „Wir reden nicht drum herum. Wer Gewalt ausübt, hat in unserer Halle nichts verloren – egal welches Trikot er trägt.“ Der Verein veröffentlichte umgehend den Vorfall, ohne den Namen der Betroffenen zu nennen, dafür aber mit einer Mailadresse für Hinweise: [email protected].

Warum gerade handball jetzt <strong>aufwachen</strong> muss

Warum gerade handball jetzt aufwachen muss

Die Bundesliga pflegt das Image der familienfreundlichen Liga. Alkoholkontrollen, gemeinsame Fan-Camps, Spieler, die nach dem Abpfiff Selfies mit Gegner-Anhängern machen. Genau diese Nähe macht die Tat brisanter: Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass organisierte Auswärtsfans eine Frau attackiert haben, platzt die Idylle.

Die Konsequenzen sind offen. Die Europacup-Organisation EHF kann Sanktionen bis hin zu Spielen ohne Zuschauer verhängen; der Deutsche Handballbund prüft, ob Sicherheitskonzepte nachjustiert werden müssen. Für MT Melsungen droht ein Imageschaden, der über die sportliche Niederlage hinausgeht.

Die Polizei Kassel hat Ermittlungen wegen sexueller Belästigung aufgenommen und sucht Handyvideos aus dem Block der mazedonischen Fans. Bislang liegen zwei Aussagen vor, Hinweise auf einen konkreten Täter aber nicht. Die Betroffene war nach Angaben des Vereins „sichtlich aufgelöst“, konnte aber ein Alter zwischen 25 und 30 Jahren sowie ein rotes Vardar-Trikot beschreiben.

Der Fall zeigt: Sicherheit in Stadien ist kein Selbstläufer. Selbst in einer Liga, in der sich Gegner nach dem Spiel noch in der Mixed-Zone die Hand geben, kann eine Sekunde ausreichen, um eine Grenze zu überschreiten. Wer dabei war oder weiß, wer die Frau berührt hat, sollte jetzt den Mund aufmachen – bevor der nächste Fanblock wieder nach Deutschland reist.