Deutsche snowboarder verspielen heimvorteil – winterberg bleibt ohne podest

Winterberg, 21. März 2026 – Die deutschen Alpin-Snowboarder haben sich den Traum vom Heimsieg auf dem Poppenberg selbst zerschnitten. Statt Jubel gab es nur ein müdes Schulterzucken: Ole-Mikkel Prantl schaffte als bester Deutscher nur das Viertelfinale, Ramona Hofmeister verpasste schon eine Runde früher die Medaillen. Die Kristallkugeln wandern nach Italien und Südkorea – Deutschland geht leer aus.

Prantls saison-höhepunkt reicht nicht

Die Zuschauer am Streckenrand hatten sich gefreut, endlich wieder einen Deutschen im K.o.-Modus zu sehen. Prantl lieferte mit Startnummer 13 und der achtbesten Quali-Zeit eine kleine Sensation, schaltete im Achtelfinale den Österreicher Rabanser aus. Doch dann kam Sangho Lee – schneller, aggressiver, konsequenter. Prantl rutschte in der obersten Gate-Reihe aus, verlor den Rhythmus, die Arme flogen nach oben, als wollten sie fragen: „Warum jetzt?“

Der 25-Jährige nahm’s mit Humor: „Richtig cool, endlich mal wieder ein Ergebnis, das man nach Hause schreiben kann.“ Für ihn war Platz fünf die beste Saison-Bilanz, für das Team ein Armutszeugnis – denn hinter ihm kam nichts mehr. Stefan Baumeister flog schon in Runde eins gegen Italiens Bormolini raus, die übrigen DSV-Fahrer verpappten sich schon in der Quali. Technik, Material, Kopf? Alles offen.

Hofmeisters comeback endet abrupt

Hofmeisters comeback endet abrupt

Ramona Hofmeister hatte vor zwölf Monaten noch mit einer Knöchelverletzung gehadert, in Kanada zuletzt zwei Podeste geholt – und dennoch: Im Achtelfinale gegen Julie Zogg war nichts von der alten Power zu sehen. Sie verlor zwei Zehntel im Mittelstück, wo die Strecke leicht fällt und jeder Fehler sofort als Geschwindigkeitsverlust zurückkommt. „So ist das Spiel“, sagte sie später, aber ihre Augen wirkten leer. Die Saison endet mit drei Weltcup-Siegen, doch der Höhepunkt in der heimischen Arena bleibt aus.

Dalmasso und lee kassieren – deutschland zahlt

Dalmasso und lee kassieren – deutschland zahlt

Lucia Dalmasso fuhr wie auf Schienen, holte sich den Tagessieg und die kleine Kristallkugel im Parallel-Slalom. Sangho Lee machte den Dreifach-Coup perfekt: Gesamt-Weltcup, Parallel-GS und jetzt auch noch Parallel-Slalom. Die deutsche Equipe? Kein einziger Läufer in den Top 3, kein Podest seit 2019 auf heimischer Piste. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 0 Siege, 0 Podeste, 0 Titel – und das, obwohl der Weltverband FIS extra den Mixed-Wettbewerb am Sonntag nach Winterberg verlegt hatte, um dem Publikum ein deutsches Erfolgserlebnis zu bescheren.

Die Fans feierten trotzdem, aber zwischen den Bratwurstbuden kursierten schon Witze: „Wir sollten nächstes Jahr einfach die Piste umbenennen – in ‚Podest-berg‘, vielleicht klappt’s dann.“ Der Vorstand des Skiverbands wird das nicht lustig finden. Denn wenn selbst die eigene Anlage keinen Heimvorteil bringt, fragt sich selbst der letzte Zuschauer: Was muss sich ändern, damit Deutschland wieder ganz oben mitfährt? Die Antwort liegt irgendwo zwischen Material, Mentalität und Mitte-März – und sie wird nicht einfacher, wenn die nächste Saison in sieben Monaten wieder losgeht.