Deutsche darts-offensive platzt in göttingen: schindler & co. raus
Die Arena war voll, die Erwartungen hoch – am Ende blieben nur hängende Köpfe. Martin Schindler, Deutschlands Hoffnungsträger und Weltranglisten-16., verabschiedete sich beim zweiten European-Tour-Event der Saison mit einem 4:6 gegen den ungesetzten NiederländerRichard Veenstra bereits in Runde eins. Kein Viertelstunde später saßen auch Paul Krohne und Lukas Wenig auf der Bank und starrten auf schwarze Zahlen. Deutschlands Darts-Armada ist in Göttingen vorzeitig aufgelaufen.
Veenstra nutzt schindlers zögern eiskalt
Schindler kam zwar mit 180er-Öffnung durch, doch der Check-out-Quote von 36 % nagte. Veenstra, der erst am Vortag Florian Hempel aus dem Turnier geworfen hatte, traf die Doppel einfach öfter. 4:6 – die Zahlen auf dem Monitor sahen harmloser aus, als sich das Match anfühlte. Der „The Wall“ genannte Schindler verliert damit auch sein zweites ET-Opening 2026, nachdem er in Leipzig schon gegen Mensur Suljović gescheitert war. Drei Titel auf der European Tour? Momentan wirkt diese Bilanz wie ein Druckkochtopf ohne Ventil.
Doch der Samstag wurde noch bitterer. Paul Krohne, tags zuvor noch Sieger gegen Cameron Menzies, fand gegen Josh Rock keine Lösung – 4:6, trotz 96er-Average. Lukas Wenig, als Ersatzmann ins Rennen gerutscht, lieferte sich mit Jermaine Wattimena ein Kopf-an-Kopf-Rennen und unterlag 5:6 im Sudden-Death-Leg. 94 Average reichen eben nicht, wenn der Gegner 99 wirft.

Auch van gerwen spürt den göttinger fluch
Die Überraschung wäre komplett gewesen, hätte nicht auch Michael van Gerwen die Heimfahrt angetreten. Der Niederländer, mit 107 Punkten im Schnitt unterwegs, kassierte eine 2:6-Klatsche gegen Landsmann Niels Zonneveld. Die Moral: Average zählt nur auf dem Papier, Doppel zählen im Spiel. Für deutsche Fans bleibt nur noch Niko Springer; er muss am Abend gegen Stephen Bunting ran. Die Chance auf einen Heimsieg schrumpft mit jedem deutschen Aus.
Die Bilanz nach zwei European-Tour-Stationen: kein einziger deutscher Sieg, kein Halbfinale, nur gesammelte Fragezeichen. Die Saison ist jung, das Punktekonto bleibt leer. Wer jetzt nicht trifft, verliert nicht nur Legs – sondern auch wertvolle Order of Merit-Punkte. Und die kann man sich im Oktober nicht mehr erwerfen, wenn die Tickets für die WM vergeben werden.
