Deutsche curling-truppe rutscht nach horror-tag in utah tiefer in die krise
Salt Lake City – Vom 10:5 gegen Olympia-Gastgeber USA zum 4:11 gegen Polens Null-Sieger-Truppe: Die deutschen Curling-Männer haben sich bei der WM in der ehemaligen Eis-Arena von 2002 binnen 24 Stunden selbst demontiert. Skip Marc Muskatewitz schaute nach dem 5:7 gegen Italien wie ein Boxer, der zwei K.o.'s in einer Runde kassiert – und die nächste Herausforderung kommt schon: Südkorea um 2.00 Uhr Ortszeit in der Nacht auf Montag.
Polen schreibt geschichte – deutschland schreibt eine blamage
Die Zahlen sind hart: vor diesem Turnier stand Polen bei WM-Endrunden 0:25-Siege. Jetzt haben sie genau die deutsche Auswahl als ersten Opfer auserkoren. „Das tut weh, weil wir wissen, was auf dem Spiel steht“, sagte Muskatewitz nach dem Debakel. Das Ziel lautet klar Playoff-Viertelfinale, doch mit zwei Siegen und zwei Pleiten nach vier Partien rutscht das Team auf Rang fünf der Tabelle – und die Gegner werden nicht freundlicher.
Die italienische Mannschaft um Joël Retornaz nutzte jeden deutschen Fehlwurf gnadenlos aus. Nach sechs Ends lagen die Azzurri bereits 6:2 vor, ehe Muskatewitz mit dem Hammer noch einmal auf 5:6 herankam. Doch das letzte Stein-Ultimo ging erneut an Südeuropa – 5:7, Done.

Olympia-déjà-vu droht
Der Vergleich mit Cortina 2026 brennt: Auch dort verpasste Deutschland als Siebter der Round Robin die Medaillen-Runde. Jetzt droht dasselbe Szenario, nur vier Monate später und 8.000 Kilometer westlicher. Die Rechnung ist simpel: Nur die ersten beiden Teams sind direkt im Halbfinale, Plätze drei bis sechs müssen in zusätzliche Play-in-Spiele. Bei drei verbleibenden Vorrunden-Partien (Südkorea, Schottland, Norwegen) dürfte schon ein weiterer Ausrutscher die K.o.-Träume beenden.
Die Stimmung im Lager ist laut Insidern „nicht gespannt, aber nachdenklich“. Bundestrainer Martin Beiser hatte seine Mannschaft nach dem Sieg gegen Tschechien noch als „Medaillenkandidaten“ bezeichnet – nun redet niemand mehr vom Podest. Stattdessen heißt es: Steine besser positionieren, Take-outs treffen, Nerven beruhigen. Die Uhr tickt, denn das Endspiel ist am 4. April. Wer bis dahit nicht in den Playoffs steht, fliegt nach Hause – und die deutsche Curling-Hoffnung von 2026 wäre schon wieder Geschichte.
