Italiens moto3-jubel: pini schlägt im fotofinish und beendet die durststrecke
Guido Pini hat in Austin die Moto3-WM auf den Kopf gestellt. Der 17-jährige Leopard-Honda-Pilot raste im letzten Meter an einer verzweifelnden Führungsriege vorbei, schlug Maximo Quiles um 0,047 Sekunden und beendete 1 312 Tage ohne italienischen Grand-Prix-Sieg in der Kleinstklasse.
Die Zielflagge fiel, Tränen auch. Hinten brach Valentino Perrone zusammen, weil er nach einem rabiaten Carpe-Manöver die Kurve verpasste. Vorne flog Pini in die Arme seines Boxenchefs – er war zuvor nur Fünfter gewesen, ehe er die beiden KTM-Fabrikpiloten in der letzten Linkskurve „wegschubste“, wie er später lachte.

Sturz, chaos, kalkül
14 Runden lang war die Story simpel: Alvaro Carpe wollte mit Vollgas früh entscheiden, Quiles lauerte im Windschatten. Dann rutschte Pratama weg, Esteban drehte durch – und plötzlich waren nur noch fünf Übrige. Quiles’ Reifen begann zu tanzen, Pini spürte, dass die Honda auf hart noch zulegt. Drei Runden vor Schluss schaltete er einen Gang höher, schoss am Weltmeister vorbei und nahm die Linie, die Carpe und Perrone sich zuvor streitig machten.
Die beiden KTM-Piloten gingen zu breit, Pini nutzte die Lücke wie ein Slalomski, der zwischen zwei Toren durchpfeift. Quiles versuchte noch, mit offenem Visier zurückzuschlagen, aber die Ziellinie kam einen Herzschlag zu früh.
Die Zahl, die Italiens Fans seit Sonntagabend herunterzählen: 1. Das ist der Vorsprung, mit dem Pini jetzt auch in der WM liegt – erstmals seit Foggia 2022 führt wieder ein Tricolore die Moto3-Tabelle an. Die Durststrecke ist gerissen, der Mythos geboren.
