Desg-diktatur: erfurt droht der kahlschlag – maly schlägt alarm!

Ein Erdbeben erschüttert den deutschen Eisschnelllauf: Felix Maly, einer der erfahrensten Sprinter des Landes, schlägt Alarm und spricht von einem zunehmend unerträglichen Druck und Existenzängsten innerhalb des Teams. Die Verantwortlichen der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) scheinen mit harter Hand vorzugehen, und die Athleten sehen sich hilflos.

Umstrukturierung mit ansage: talentiertes personal wird umgesiedelt

Die Situation spitzt sich zu, da die DESG offenbar plant, Langstreckler vom Olympiastützpunkt Erfurt, wo auch das Ausnahmetalent Finn Sonnekalb trainiert, bereits im Juli nach Inzell zu verlegen. Sprinter sollen demnach nach Berlin wechseln. Diese Umstrukturierung erfolgte demnach am 3. Juni ohne jegliche sportfachliche Begründung. Maly berichtet, dass die Athleten lediglich auf die Athletenvereinbarung verwiesen wurden und nun mit einem Ultimatum konfrontiert sind: Unterschreiben innerhalb einer Woche oder Verlust des Kaderstatus – und damit der Existenzgrundlage.

„Ich habe absolut gar kein Vertrauen mehr in die DESG-Spitze“, so Maly in einem Gespräch mit dem SID. Die Angst vor dem plötzlichen Verlust des Kaderstatus ist allgegenwärtig und belastet die gesamte Trainingsgruppe, die sich ausschließlich noch mit diesem Thema beschäftigt.

Dosb und kanzleramt verweisen auf autonomie – desg schweigt

Dosb und kanzleramt verweisen auf autonomie – desg schweigt

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Bundeskanzleramt, zuständig für Sport, verweisen in Reaktion auf die Vorwürfe auf die im Grundgesetz verankerte Verbandsautonomie. Sie nehmen die Situation zwar ernst und prüfen mögliche Regelverletzungen, sehen sich aber nicht in der Lage, aktiv einzugreifen. Auch die Sportministerin Christiane Schenderlein (CDU) betont, dass keine Vorgaben zur Schließung von Stützpunkten gemacht wurden. Allerdings ist der Status als Olympiastützpunkt an die Präsenz von Bundeskaderathleten gebunden – ein Zustand, der durch die drohenden Verlagerungen gefährdet wäre.

Bemerkenswert ist, dass die DESG auf SID-Anfragen zu den Vorwürfen bisher keine Stellung genommen hat. Während Hendrik Dombek bereits beim MDR über die Missstände berichtet hatte, bleibt die Führung um Präsident Matthias Große – der Lebensgefährte der fünfmaligen Olympiasiegerin und aktuellen Allround-Bundestrainerin Claudia Pechstein – stumm.

Maly will sich trotz der prekären Lage und der allgegenwärtigen Angst noch nicht nach einer Wohnung in Inzell umsehen. Er setzt auf eine Vermittlung durch die Landesverbände. „Ich finde, der DOSB sollte sich nicht jedes Mal dahinter verstecken. Man sollte seine Athletinnen und Athleten schützen, gerade wenn ein solcher Druck ausgeübt wird“, so der 32-Jährige.

Die Situation verdeutlicht die Notwendigkeit einer stärkeren Kontrolle und Transparenz innerhalb des deutschen Eisschnelllaufs. Es bleibt abzuwarten, ob das geplante Sportfördergesetz einen Hebel für die Athleten bieten kann, um sich gegen die vermeintliche Willkür der DESG-Spitze zur Wehr zu setzen. Die Zukunft des Erfurter Stützpunktes und die Karriere vieler talentierter Eisschnellläufer sind nun ungewiss.