Derby-aufstellung: pulisic vor nkunku, leao gesetzt

Der Mailänder Derby-Vorhang hebt sich erneut, und Allegri hat seine Hausaufgaben gemacht. Leao ist gesetzt. Der Rest? Alles andere als klar. Die viel beschworene Traumkombination Pulisic-Leao hat in dieser Saison gerade einmal 455 Minuten gemeinsam auf dem Platz verbracht — zwei Tore, je eines pro Mann, und jede Menge verpasste Chancen. Muskelverletzungen haben zerschlagen, was Allegri im Sommer zusammenbauen wollte.

Warum pulisic trotz formtief die nase vorn hat

Die Zahlen sind ernüchternd. Christian Pulisic hat seit Ende 2025 kein einziges Tor mehr erzielt. Im neuen Jahr? Null. Kein Treffer, keine Glanzleistung, kaum Wirkung. In Cremona brachte er Keeper Audero ein einziges Mal ernsthaft in Bedrängnis — mehr war nicht drin. Sein letztes vollständiges Spiel bestritt er am 11. Januar in Florenz. Seitdem: ausgewechselt, eingewechselt oder neunzig Minuten auf der Bank geschmort.

Und dennoch: Der Trainerstab will ihm Vertrauen schenken. Die Logik dahinter ist simpel — nur intensive Spielminuten bringen ihn wieder in Form. Im Training läuft er seinen Konkurrenten davon. Auf dem Platz fehlt noch der Zug zum Tor. Allegri setzt auf Geduld, weil er weiß: Pulisic in Topform ist eine andere Geschichte.

Nkunku lauert, aber sein moment war kürzer

Nkunku lauert, aber sein moment war kürzer

Der Franzose Christopher Nkunku ist der Mann, der wartet. Sein Höhepunkt in dieser Saison? Fünf Tore zwischen Ende Dezember und Anfang Februar. Seither vier Spiele ohne eigenen Treffer — immerhin leistete er den entscheidenden Assist beim zweiten Leao-Tor in Cremona. Ein Lebenszeichen. Aber reicht das für einen Startelf-Platz im Derby?

Die Statistik zeigt ein interessantes Bild: Nkunku kommt in der Liga auf 963 Minuten mit fünf Treffern — ein Tor alle 192 Minuten. Pulisic steht bei 1.041 Minuten und acht Toren, also einem Treffer alle 130 Minuten. Rein rechnerisch ist der Amerikaner effizienter. Aber Statistiken erzählen nicht alles, und Allegri weiß das besser als jeder andere.

Das rezept vom hinspiel: konter, tempo, präzision

Das rezept vom hinspiel: konter, tempo, präzision

Der Blick zurück auf das Hinspiel Ende November ist kein Zufall, sondern Methode. Damals gewann Milan knapp, aber verdient. Das entscheidende Tor fiel nach einem blitzsauberen Konter: Fofana eroberte den Ball im Mittelfeld, kombinierte mit Leao, Saelemaekers vollendete — und Pulisic stand goldrichtig, um den Abpraller von Keeper Sommer zu verwerten.

Genau das will Allegri wiederholen. Schnelle Umschaltaktionen, die Mittelfeld- und Abwehrkette der Inter in Bewegung bringen, bevor sie sich sortieren kann. Für diesen Plan braucht er Tempo auf den Außenpositionen. Deshalb haben Pulisic und Leao den Vorzug vor einem klassischen Stoßstürmer wie Füllkrug, dessen Spiel auf Flanken und Luftduelle ausgelegt ist — das Gegenteil von dem, was Allegri vorhat.

Verletzungssorgen erzwingen umstellungen in der abwehr

Verletzungssorgen erzwingen umstellungen in der abwehr

Nicht alles läuft nach Plan. Der Ausfall von Gabbia zwingt Allegri zur Umstellung: De Winter übernimmt in der Innenverteidigung und bringt immerhin drei Startelf-Einsätze in Folge als Rückendeckung mit. Auf der linken Seite hängt vieles von Bartesaghi ab, der nach einem Oberschenkelzerrung auf seine Freigabe durch die Mediziner wartet. Fällt er aus, rückt Estupinan in die Startelf — derzeit der Favorit für diese Position.

Leao dagegen braucht keine Diskussion. Neun Ligatore in dieser Saison, damit hat er bereits seine gesamte Ausbeute der Vorsaison übertroffen — und das nach 34 Spieltagen damals. Gegen Parma traf ihn noch der Pfosten, bevor er das Netz fand. Er ist der einzige Fixpunkt in Allegris Überlegungen. Alles andere ist Taktik. Leao ist Gewissheit.