Derbi-alarm in barcelona: espanyol peitscht sich für den knaller gegen den fc barcelona
Es ist 9:30 Uhr in Sant Adrià, und auf dem Trainingsplatz von RCDE Espanyol knallen die Bälle wie Peitschenhiebe. Drei Tage vor dem Derbi Barceloní riecht das Gras nach Schwefel – und nach einer Saison, in der bisher nichts gelingen will. Der Klub ohne Sieg seit 2024, die Fans, die zwischen Verzweiflung und Wut taumeln, und dazwischen Pol Lozano, Mittelfeld-Akrobat und Lebemann aus dem eigenen Nachwuchs, der sich vor die Mikrofone stellt und sagt: „Wir werden gewinnen. Punkt.“
Barça ohne titular? für lozane ein trugschluss
Die Zahlen sind brutal: Espanyol holte aus den letzten sieben Pflichtspielen gerade mal zwei Punkte, kassierte in fünf Partien mindestens zwei Gegentore. Doch Lozano lacht sie weg. „In der Hinrunde hatten wir gegen Barça die klareren Chancen. Wir haben sie nicht reingemacht – das war unser Fehler, nicht Schicksal.“ Der 25-Jährige spricht schnell, das Katalanisch rollt, das Selbstvertrauen ist kein Bluff, sondern Survival-Taktik. „Wenn wir das defensive Gerüst vom Betis-Spiel mitnehmen und vorne kalte Nerven zeigen, fliegt Barça aus der Champions-League-Euphorie.“
Die Camp Nou-Statistik? Makaber. Espanyol wartet seit 2009 auf einen Liga-Sieg im Stadion des Erzrivalen. Aber Lozano kennt die kleinen Löcher im Riesen. „Barça rotiert, das ist kein Geheimnis. Wer in ihrer Abwehr auftaucht, findet Räume. Wir müssen sie nur bestrafen.“ Dass Xavi möglicherweise mit Blick auf das Champions-League-Viertelfinale rotieren wird, kömmt ihm gelegen. „Wenn sie denken, wir seien nur Beistellung, brennt ihnen das Genick. Aber wir erwarten keine B-Garde, sondern ein Team voller Wutbolleros, die sich beweisen wollen.“

Der plan: null hinten, messer vorne
Die Trainingseinheit am Vormittag war kurz, dafür intensiv. Manolo González ließ seine Viererkette in zwei Varianten laufen: einmal 4-4-2 mit Doppelsechs, einmal 5-3-2 mit Ketten pressing. Die Botschaft: Erst das 0:0 sichern, dann das 1:0 erzwingen. Lozano: „Wir haben in dieser Saison schon zu oft gejagt. Gegen Barça zählt nur: erstmal clean sheet. Danach kommt der Moment, wo ihre Schultern schwerer werden als unsere Beine.“
Die Anspannung ist spürbar. Als die Mannschaft den Platz verlässt, schreit ein Jugendspieler vom Zaun: „Pol, bring uns den Sieg!“ Lozano winkt ab, aber das Gesicht verrät ihn: Er träumt laut. „Ein Derbi-Sieg wäre kein Befreiungsschlag, sondern ein K.o.-Schlag für alle Zweifel. Danach schauen nicht mehr wir nach unten, sondern die anderen nach uns.“
Am Samstag um 21 Uhr geht’s los. Dann steht Espanyol nicht nur vor Barça, sondern vor sich selbst. Die Saison auf dem Abstellgleis – oder mit einem Sieg wieder im Gleis. Lozano hat schon angezogen: „Wir werden gewinnen. Und wenn nicht, dann wenigstens so verlieren, dass niemand mehr fragen muss, wofür wir stehen.“
