Del toro pulverisiert die konkurrenz – 42 sekunden vor dem triumph
Isaac del Toro hat die Königsetappe der Tirreno-Adriatico mit einem Katzensprung gewonnen. Der Mexikaner wartete am steilen Camerino-Anstieg bis auf die letzten 400 Meter, zog dann durch und ließ Tobias Johannessen und Matteo Jorgenson wie Statuen stehen. Mit 42 Sekunden Vorsprung auf Giulio Pellizzari steht er vor dem größten Sieg seiner Karriere.
Die attacke, die alles entschied
Die 6. Etappe war 188 Kilometer lang, die letzten drei Kilometer eine Mauer. 17 Prozent Steigung, Asphalt glühend. Del Toro ließ sich nicht stressen. Er fuhr sich warm, ließ das Tempo von Red Bull-Bora ziehen und schob sich erst in der Zielkurve nach vorne. „Ich wusste, dass meine Beine noch da sind“, sagte er später. Die Uhr stoppte bei 4:41:22 – ein Schnitt von 40 km/h im Gebirge.
Der 22-Jährige aus Guadalajara trägt jetzt das blaue Trikot des Führenden. UAE Emirates-XRG jubelt: Nach Pogacar in Paris, Ayuso in Rom nun del Toro an der Adria. Das Team hat die Saison noch nicht verloren, es hat sie nur neu sortiert.

Sonntag nur noch formsache
Die 7. Etappe nach San Benedetto del Tronto ist ein 142-Kilometer-Sprint. Keine Berge, nur Wind und Nerven. Wer 42 Sekunden verschenken will, muss sich schon abschieben lassen. Del Toro wird nicht abschießen. Er wird rollen, winken, träumen. Mexiko feiert seinen ersten Sieger beim „Rennen zwischen den Meeren“ seit 1967.
Die Uhr tickt bis 2028 – so lange ist das Audio im ARD-Archiv gespeichert. Dann wird niemand mehr fragen, wie groß der Vorsprung war. Aber die Bilder bleiben: ein Mexikaner, der Italiens Steilwand in den Schatten fährt und die Konkurrenz mit einem Grinsen abschüttelt.
