Del piero und balotelli jubeln in serie d: promi-block am breda befeuert spitzenspiel
Sesto San Giovanni – Das Breda-Stadion erlebte am Samstagabend eine kurze Zeitreise in die Champions-League-Tage. Links in der Tribüne: Alessandro Del Piero, rechts Mario Balotelli. Dazwischen 3.200 Zuschauer, die plötzlich mehr Selfies schossen als Trikotaufschriftungen. Der Grund: Serie D, Spieltag 31, Pro Sesto gegen Desenzano – und zwei Familienbande, die das Rampenlicht stahlen.
Der sohn bleibt sitzen, der bruder kommt und siegt
Tobias Del Piero, 18-jähriger Mittelfeldspieler der Hausherren, hatte seinen Vater zum ersten Mal live in der Heimat dabei – aber nur auf der Bank. „Er trainiert hart, das Timing wird kommen“, sagte der Weltmeister von 2006, während er sich zwischendurch ein Pro-Sesto-Schal um den Hals legte. Auf der Gästeseite dagegen lief Enock Barwuah, 33, genannt „Balotelli jr.“ (die beiden teilen die Adoptiveltern), in der 70. Minute ein und schoss in der Nachspielzeit den entscheidenden Freistoß, der zum 1:2-Anschlusstreffer führte. Den Siegtreffer per Elfmeter erzielte Daniele Franco eine Minute später – umstritten, weil Schiri Luca Zufferli ein Foul außerhalb des Strafraums pfiff.
Die Pro-Sesto-Fans tobten, doch die Prominenz blieb fair. Del Piero klatschte trotz Niederlage Beifall, Balotelli feierte mit verschlossenem Mund – er hatte sich vor der Partie mit einem „Respect“-Shirt gezeigt und nach Abpfiff keine Interviews gegeben. Dafür plauderte Nicola Legrottaglie, ehemaliger Juve-Verteidiger, mit Fabio Galante (Ex-Inter) über Nachwuchsarbeit. „In der D-Serie sehe ich mehr Leidenschaft als in mancher B-Serie“, sagte Galante. „Hier spielen noch Jungs, die für 200 Euro Busfahrt aufstehen.“

Ein elfmeter, zwei selfie-staus und die tabellenspitze
Die Zahlen des Abends: 17 Minuten Unterbrechung wegen Selfie-Wünschen, 12 Security-Mitarbeiter nur für den Promi-Block, 3 Pfiffe gegen den Schiedsrichter nach dem 90’-Elfmeter. Die Bilanz: Desenzano springt auf Platz eins, Pro Sesto rutscht auf Rang fünf. Für die Barwuah-Familie ein perfekter Tag, für die Del Pieros ein Lehrstück. „Tobias wird nächste Woche starten, versprochen“, sagte Coach Marco Zaffaroni nach dem Spiel. Es klang wie ein Trostpreis – und wie eine Eintrittskarte für den nächsten Samstag, wenn das Breda wieder zum kleinen San Siro wird.
