Debora silvestri stürzt in die tiefe – ihr erster kommentar aus dem krankenhaus

Die Cipressa-Abbiege war schon immer ein Mordstrack, doch was sich dort am Samstag abspielte, schockierte selbst alte Rennseelen. Debora Silvestri prallte mit etwa 65 km/h in ein Fahrerfeld, katapultierte sich über die Leitplanke und blieb reglos liegen – mehrere Meter unterhalb auf dem Asphalt.

Ein Aufschrei ging durch Mailand-Sanremo. Zuschauer hielten sich die Augen zu, Teamchefs starrten auf leere Funkgeräte. Die 27-jährige Italienische Meisterin wurde sofort intubiert, die Hubschrauberlandung auf der Schnellstraße sperrte die Strecke für 18 Minuten.

Das laboral-kutxa-statement, das alle entlastete

Sonntag, 9:42 Uhr: Das Team postet ein Foto, das die Sportwelt durchatmen lässt. Silvestri lacht – trotz Schläuchen im Arm. „Gute Laune, sie kann sprechen und sich bewegen“, lautet die Kurzfassung. Der CT zeigt einen stabilen Befund, das Becken ist intakt, das Rückenmark nicht betroffen.

Doch der Schein trügt. Die Detailabfrage liefert den brutalen Rest: fünf Rippen frakturiert, eine Mikrofraktur im Schultergelenk, Prellungen im Brustkorb – Atmen nur unter Schmerzmittel. Silvestri bleibt mindestens fünf Tage zur Beobachtung, ein Pneumothorax wird nicht ausgeschlossen.

„Es hätte mein ende sein können“

„Es hätte mein ende sein können“

Via Instagram gibt die Italienerin selbst das Statement, das alle Managerstudios vermissen: „Ich habe gesehen, wie der Himmel blitzt – dann war alles schwarz. Als ich wieder wach wurde, dachte ich nur: ‚Atme, verdammt.‘“ Sie dankt den Sanitätern, die laut Rennleitung innerhalb von 62 Sekunden an ihrem Kopf knieten.

Der Sturz wirft Fragen auf. Warum wurde die Abbiege nicht früher gesperrt, nachdem sch zwei Fahrer vorher gingen? UCI-Regel 2.2.030 schreibt eigentlich eine sofortige Neutralisierung vor, wenn ein Massensturz die Sicherheit gefährdet. Die Rennjury beruft sich auf „unklare Situation“ – ein Wort, das bei Verletzten klingt wie Hohn.

Für Silvestri beginnt jetzt der längere Wettkampf. Die Saison ist gelaufen, die Weltmeisterschaft in Zürich ohne sie. Doch sie kündigt an: „Ich komme zurück – stärker.“ Ein Satz, der in der Radwelt schon Legenden statusierte. Ob sie 2027 wieder auf der Cipressa steht? Die Antwort lautet: ja. Mit oder ohne Rippen, aber mit demselben Grinsen.