De la fuente schraubt die startelf: regen statt gluthitze in atlanta
Atlanta verlagert die Farben. Wolken statt Sonne, Regen statt 35 Grad. Um Punkt 18 Uhr Ortszeit – Mittag in Spanien – rollt der Ball im Mercedes-Benz Stadium, und Luis de la Fuente hat noch zwei Fragezeichen auf dem Zettel.
Wer spielt rechts, wer links?
Pedro Porro oder Marcos Llorente? Der Ex-Spur oder der Colchonero? De la Fuente schwankt zwischen dem Tempodribbler des Tottenham und dem Allrounder von Simeone. Eine Entscheidung, die das ganze Spiel beeinflusst, denn Porro dringt tiefer vor, Llorente sichert besser ab. Links vorne tobt ein weiteres Duell: Dani Olmo hat den Rückstand auf Alex Baena gemacht. Der Leipziger kam spät in die Vorbereitung, liefert jetzt aber Tage wie gestern ab – zwei Lattentreffer und eine Vorlage im Trainingsspiel.
Die Stimmung? Euphorisch. „Die Jungs leben dieses Turnier“, sagt De la Fuente. „Sie wissen, dass Charakter zählt, nicht der Name auf dem Trikot.“ Capo Verde sei kein Sparringspartner. „Wer das denkt, fliegt raus.“

Kalte duschen statt kältekammer
Die medizinische Abteilung hatte extra einen Plan für Hitze erstellt: Elektrolyt-Shots, Eisgurte, Zwei-Minuten-Wechsel. Jetzt regnet es. 21 Grad, leichter Wind. Die Physios schmunzeln: „Wir haben die Kühlwesten daheim gelassen und holen lieber Regenjacken.“
Die Spieler? Froh. Lloris, der Torwarttrainer, filmte gestern ein kurzes Video: Regen prasselt aufs Spielfeld, Unai Simón streckt die Arme aus wie ein Kind. Der Clip ging intern viral. Stimmung wie vor einem Pokalfinale.
Um 18 Uhr ertönt die Hymne. Spanien will den ersten Schritt Richtung Titel – und denkt dabei an Portugal, das gestern mit einer Geste für Diogo Jota eine Gänsehaut auslöste. Heute zählt aber nur Atlanta. Und der Regen.
