Davos verliert gredig vor playoffs – zug-neuzugang fällt mit handgelenksbruch aus
Kein Schlenker, kein Check, einfach nur ein Trainingspuck – und Rico Gredigbricht sich das Handgelenk. Die Nachricht traf den HC Davos am Vormittag der Playoff-Vorbereitung wie ein Blizzard aus dem Tal: Der 21-jährige Linksschützer fällt komplett aus der ersten Runde gegen den EV Zug aus, den Club, für den er ab Sommer spielt. Die Ironie ist bitter: Gredigs letztes Spiel für Davos hätte gegen seinen künftigen Arbeitgeber sein können.
Die verletzung passierte beim abschlusstraining
Trainer Christian Wohlwend hatte die Gruppe noch einmal auf Eis gebeten, um die letzten Zusammenspiele einzustudieren. Gredig nahm eine Direktabnahme, der Schuss prallte unglücklich ab, das Handgelenk knickte weg. Sofort war klar: Das ist keine Prellung. Die MRT-Untersuchung bestätigte den Bruch, eine Operation steht bevor. Mindestens sechs Wochen Pause, sagt der Club. Die Playoffs sind in vier.
Für Davos ist das ein Schlag ins Kontor. Gredig war in dieser Saison kein Torjäger, aber ein Energiespender. 47 Spiele, sieben Punkte, unzählige Boards gewonnen. Seine Geschwindigkeit in der Vorwärtsbewegung und sein first-step auf dem Penalty-Killing machten ihn zu einem Lieblingstrainer-Werkzeug. Ohne ihn muss Wohlwend die Reihen umbauen, vermutlich rückt Matúš Sukeľ aus der vierten in die dritten Reihe und übernimmt Gredigs PK-Minuten.

Zug hat den transfer bereits fixiert – und verliert nun auch
Der EV Zug hatte Gredigs Wechsel im Januar für die kommende Saison verkündet, ein Deal mit Weitblick: Der Slowake soll den Abgang von Sven Senteler auffangen. Nun fehlt dem neuen Arbeitgeber schon in der ersten Runde ein potenzieller X-Faktor. Für Gredig persönlich ist die Situation noch frustrierender. Er wollte sich in den Playoffs beweisen, wollte zeigen, warum Zug ihn verpflichtet. Stattdessen sitzt er in der Kabine, Arm in Gips, und kann nur zuschauen, wie seine künftigen Teamkollegen gegen seine jetzigen antreten.
Die Statistik spricht eine klare Sprache: Davos gewann in dieser Saison nur eines der letzten fünf Spiele ohne Gredig im Lineup. Die Tiefenstaffel verliert an Durchschlagskraft. Die Frage ist nicht nur, wer die Minuten übernimmt, sondern wer die Intensität mitbringt. Gredig war der Typ Spieler, der in Spiel drei oder vier mit einem Bodycheck die Serie aufrollt. Diese Rolle muss nun Dario Simion oder Enzo Corvi übernehmen – zwei Profis, die lieber puckführend wirken als körperbetont.
Für die Fans der Bündner bleibt nur die Hoffnung auf ein Wunder. Aber Wunder beginnen selten mit einer Verletzung. Gredigs Saison ist vorbei, bevor sie im Playoff-Modus begann. Und Davos muss gegen Zug gewinnen – ohne den Mann, der im Sommer dorthin wechselt. Die Serie beginnt heute Abend. Gredig wird auf der Tribüne sitzen, das gebrochene Handgelenk im Gips, das gebrochene Herz versteckt hinter einem Daunenmantel. Die Playoffs warten nicht. Der Sport auch nicht.
