Davos gegen zsc: dramatik und statistik im halbfinal-duell!

Die Spannung ist kaum zu überbieten: Das Halbfinalduell zwischen dem HC davos und den ZSC Lions gleicht einer Achterbahnfahrt der Emotionen. Nach zwei intensiven Spielen steht es 1:1, und die Frage, wer sich in dieser hochklassigen Serie durchsetzen wird, lässt sich derzeit nur mit Schulterzucken beantworten. Doch die Zahlen lügen nicht – und sie offenbaren ein überraschend knappes Bild.

Die erste partie: davos’ sieg mit sternchen

Das erste Spiel ging mit 4:2 an davos, doch wer die Statistiken genauer betrachtet, stellt fest: Die ZSC Lions hätten hier durchaus gewinnen können. Die sogenannte “Expected Goals” (xG)-Werte zeigen, dass die Zürcher die klarereren Chancen hatten. NL Ice Data berechnet einen xG-Wert von 4,15 für die Lions, während davos bei 3,74 lag. Das bedeutet, die ZSC Lions hätten statistisch gesehen 4,15 Tore erzielen müssen, um zu gewinnen, obwohl sie am Ende nur mit zwei Toren Unterschied verloren haben. 61 Schüsse abgaben die Lions, davon 33 aufs Tor, während davos auf 51 Schüsse und 27 Torschüsse kam. Auch in Sachen “High Danger Chances” waren die Zürcher leicht in der Überzahl (7:5).

Zsc gleicht aus – und zeigt seine power

Zsc gleicht aus – und zeigt seine power

Im zweiten Spiel drehte der amtierende Meister den Spieß um und gewann mit 3:1. Auch hier ist der xG-Wert aussagekräftig: 3,48 für die ZSC Lions im Vergleich zu 2,17 für davos. Die Zürcher dominierten das Spiel im Grunde genommen, feuerten 55 Schüsse ab (35 aufs Tor), während Davos lediglich 43 Schüsse in Richtung Gehäuse brachte (nur 19 direkt). Die Lions demonstrierten zudem eine beeindruckende Anzahl an Großchancen (10:3).

5 Gegen 5: die zsc lions sind die dominatoren

5 Gegen 5: die zsc lions sind die dominatoren

Ein Blick auf die Statistiken beim Spiel 5 gegen 5 offenbart eine deutliche Tendenz: Die ZSC Lions waren in beiden Spielen das gefährlichere Team. Im ersten Duell lag der xG-Wert bei 2,70 zu 2,10 für die Zürcher. Zwar erzielte Davos drei Tore bei dieser Spielstärke, doch die Lions konnten sich durch ihre höhere xG-Rate bereits eine bessere Ausgangsposition erarbeiten. Im zweiten Spiel konnten die ZSC Lions ihre Überlegenheit dann auch in Tore ummünzen und das Spiel klar für sich entscheiden.

Torhüter-duell: aeschlimann und hrubec im scheinwerferlicht

Torhüter-duell: aeschlimann und hrubec im scheinwerferlicht

Auch die Special Teams spielten bisher keine entscheidende Rolle, obwohl die ZSC Lions bei sieben Powerplays zwei Tore erzielten (28,57 %). Davos blieb bei sechs Überzahlversuchen nur einmal erfolgreich (16,67 %). Doch Hockey-Experte Sven Helfenstein sieht das eigentliche Entscheidungskriterium in den Leistungen der Torhüter: “In dieser Serie wird extrem viel von den Torhütern abhängen. Sowohl Simon Hrubec als auch Sandro Aeschlimann haben bisher stark performt – ich bin gespannt, wer dieses Kopf-an-Kopf-Rennen für sich entscheidet.” Aeschlimann rettete im ersten Spiel 1,27 Tore mehr als erwartet, während Hrubec im zweiten Spiel aufholte und seinen Wert auf 0,74 verbesserte.

Die “depth players” könnten den ausschlag geben

Die “depth players” könnten den ausschlag geben

Ein weiterer entscheidender Faktor könnten die sogenannten “Depth Players” sein – die Spieler, die normalerweise nicht im Rampenlicht stehen, aber in den Playoffs den Unterschied machen können. Helfenstein betont: “Ich bin überzeugt, dass die ‘Depth Players’ den Unterschied machen werden. Es stellt sich die Frage: Welche Mannschaft hat in der dritten und vierten Linie mehr Substanz?” Chris Baltisberger hat für die ZSC Lions bereits drei Tore erzielt, während Simon Knak für Davos einen wichtigen Treffer markierte. Das Duell der Staffeln wird entscheidend sein.

Obwohl die ZSC Lions rein spielerisch gesehen leichte Vorteile hatten, steht es 1:1 in der Serie. Die nächste Partie verspricht erneut ein nervenaufreibendes Spektakel zu werden, bei dem jedes Detail entscheidend sein kann. Die Frage ist nicht, ob es Tore geben wird, sondern wer am Ende die Nerven behält und den wichtigen Sieg einfährt.