Davies-poker: marsch-taktik verfehlt den kanadischen wm-traum?
Vancouver – Alphonso Davies, der Shootingstar des FC Bayern München, saß es. Während Kanada im entscheidenden Gruppenspiel der Fußball-WM 2026 gegen die Schweiz (1:2) um den Gruppensieg kämpfte, blieb der Verteidiger auf der Bank. Ein überraschender Schachzug von Nationaltrainer Jesse Marsch, der im Vorfeld noch mit Andeutungen auf einen Einsatz des 25-Jährigen spekuliert hatte. Doch offenbar gab es einen unerwarteten Twist in der kanadischen WM-Strategie.
Die trikot-verwirrung und der ablenkungsversuch
Die Partie war geprägt von einer ungewöhnlichen Szene: Während die Schweizer in Rot antraten, trug Kanada Weiß. Doch was noch auffälliger war, die Fans trugen überwiegend Rot. Der Grund? Nach der Partie erklärte Marsch, dass Davies gar nicht erst spielbereit gewesen sei. „Alphonso war noch nicht bereit. Ich habe ihn als Ablenkungsmanöver eingesetzt. Er hätte heute ohnehin nicht gespielt“, so der Trainer.
Diese Begründung sorgte für Stirnrunzeln. Sollte die Einwechslung von Davies wirklich nur dazu dienen, die Schweizer zu verwirren? Die Taktik ging jedoch auf keinen Fall auf. Die Eidgenossen behielten die Oberhand und sicherten sich den Gruppensieg. Kanada zog zwar als Zweiter in die K.o.-Runde ein, doch der Davies-Poker hinterließ einen bitteren Nachgeschmack.
Lea Wagner, ARD-Moderatorin, zeigte sich enttäuscht: „Das hat er irgendwie das letzte Mal auch schon gesagt: Nächstes Mal ist es dann so weit mit Alphonso Davies. Er hat angekündigt, ich gehe fest davon aus, dass er spielt. Und: ‚Er ist dafür zuständig für die Einwechslung. Hat er doch nicht gemacht. Das war eine fiese Finte.‘“ Ihre Worte treffen den Nagel auf den Kopf: Marschs Versprechen war gebrochen, die Taktik gescheitert.

Chance im sechzehntelfinale gegen südafrika?
Die Frage, ob Davies am Sonntag gegen Südafrika (28. Juni, 21 Uhr in Los Angeles) in der Startelf stehen wird, bleibt offen. Die „Bafana Bafana“, die sich sensationell gegen Südkorea durchsetzten und erstmals in ihrer vierten WM-Teilnahme in die K.o.-Phase gelangten, stellen eine ernstzunehmende Herausforderung dar. Doch wenn Davies seine Form wiedergefunden hat, könnte er für Kanada ein entscheidender Faktor sein. Die Hoffnung stirbt zuletzt, und die Kanadier brauchen jede Waffe, um im Kampf um den WM-Titel bestehen zu können.
Die nächste Woche wird zeigen, ob Davies’ Comeback doch noch zur kanadischen Erfolgsgeschichte wird – oder ob Marsch’s Ablenkungsmanöver seinen Zweck verfehlte. Fest steht: Der Davies-Poker hat die WM 2026 um eine unerwartete Wendung reicher gemacht.
