Daten-skandal droht: grüne und linke fordern wm-reform!
Berlin – Der drohende Datenmissbrauch im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA sorgt für neue Kontroversen. Während die Bundesregierung weiterhin beteuert, keine Fan-Daten an US-Sicherheitsbehörden weitergeleitet zu werden, äußern die Fraktionen der Grünen und der Linken deutliche Zweifel und fordern eine umfassende Reform der Datei „Gewalttäter Sport“ (DGS). Das Thema liegt einmal mehr im Fokus, während die Innenministerkonferenz in Hamburg näher rückt.
Misstrauen wächst: was passiert mit den fan-daten?
Helge Limburg, innenpolitischer Sprecher der Grünen, übt scharfe Kritik: „Es ist völlig unverständlich, dass offensichtlich die Schwelle für die Speicherung von Personen in der DGS herabgesenkt worden ist.“ Er befürchtet eine massive Überwachung der Fans und warnt vor einem „repressivsten Fußball-WM seit langem“. Die Linke schließt sich dieser Kritik an. Jan Köstering, ebenfalls Bundestagsabgeordneter, weist darauf hin, dass laut eigenen Recherchen bereits jeder Fünfte in der Datei stehe, obwohl er keine einzige Straftat begangen habe. „Diese Datei muss dringend reformiert werden.“
Die Sorge ist nicht unbegründet. Laut einer Antwort der Bundesregierung im Mai sind aktuell 6.740 Personen in der DGS erfasst. Die Gründe dafür sind oft unklar – die Bundesregierung beruft sich auf einen „unzumutbaren Aufwand“ bei der Auswertung nach Speicherungsgründen. Die Zahl der Auskunftsersuchen von Fans, die wissen wollen, ob sie in der Datei auftauchen, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, ein Zeichen wachsenden Misstrauens.

Eskalation der gewalt? zahlen widersprechen dem trend
Trotz eines signifikanten Rückgangs von Strafverfahren und Verletzten rund um Fußballspiele in der Saison 2024/25 – die Zentrale Informationsstelle Polizeieinsätze (ZIS) spricht von einer „leichten Entspannung der Sicherheitslage“ – bleibt die DGS bestehen. Die Linke und die Grünen sehen darin einen Widerspruch und werfen der Bundesregierung vor, Fans pauschal zu verdächtigen.
Besonders brisant ist die mögliche Weitergabe von Daten an US-amerikanische Sicherheitsbehörden im Rahmen der WM. Obwohl die Bundesregierung dies offiziell dementiert, hegen die Politiker Misstrauen, insbesondere angesichts von Arbeitstreffen zwischen deutschen und US-amerikanischen Behörden zur Abstimmung der polizeilichen Zusammenarbeit. Limburg warnt vor „Schindluder mit Daten“ und kritisiert die mangelnde Unterstützung für betroffene Fans im Falle von Problemen bei der Einreise in die USA.
Die Forderungen sind klar: Höhere Hürden für die Erstspeicherung, kürzere Fristen für die Löschung von Daten und ein Verzicht auf Videoüberwachung und Gesichtserkennung. „Fankultur schützen – Dialog statt Repression, Mitbestimmung statt Diskriminierung“, so die Devise der Linken.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Innenministerkonferenz in Hamburg diesen Forderungen nachkommen wird. Fest steht: Der Druck auf die Politik wächst, um das Vertrauen der Fans in den Fußball und seine Institutionen wiederherzustellen. Die Weltmeisterschaft wird zu einem Prüfstein für den Umgang mit sensiblen Daten und die Balance zwischen Sicherheit und Bürgerrechten.
