Daniela maier: vom olympia-drama zur doppelten bronzemedaillen-freude

Ein langer weg zur gerechtigkeit

Was als der schlimmste Moment ihres Lebens begann, entwickelte sich doch noch zum schönsten. Daniela Maier (29), Skicrosserin, spricht mit Gänsehaut in der Stimme, wenn sie an die Ereignisse bei den Olympischen Spielen in Peking 2022 denkt. Sie war mitten im größten Medaillen-Kontroversen der Spiele verwickelt. Im Finale erreichte Maier den vierten Platz. Doch dann folgte eine überraschende Wendung: Die drittplatzierte Schweizerin Fanny Smith (33) wurde nach acht Minuten Videobeweis wegen Behinderung von Maier disqualifiziert.

Die ursprüngliche entscheidung und der schweizer protest

Die ursprüngliche entscheidung und der schweizer protest

Maier erhielt zunächst die Bronzemedaille, obwohl sie selbst betonte, dass alles korrekt gelaufen sei. Doch die Geschichte nahm eine weitere unerwartete Wendung. Neun Tage später wurde Maier die Bronzemedaille durch den Weltverband FIS wieder aberkannt und Smith zugesprochen, nachdem die Schweiz Protest eingelegt hatte. Der Deutsche Skiverband (DSV) legte daraufhin Berufung beim Sportgerichtshof CAS ein.

Einigung im dezember: doppelte bronzemedaillen

Einigung im dezember: doppelte bronzemedaillen

Erst zehn Monate später, am 13. Dezember, konnte eine Einigung zwischen dem deutschen und dem Schweizer Verband erzielt werden. Die Entscheidung: Beide Fahrerinnen erhalten eine Bronzemedaille – eine einzigartige Lösung „aufgrund der besonderen und belastenden Umstände sowie der Einmaligkeit des Falles“. „Es ist scheiße organisiert“, kritisierte damals ein Silbermedaillengewinner die Olympia-Organisation.

„Es war eine tortur“ – maier über die lange zeit des wartens

„Es war eine Tortur“, gesteht Daniela Maier. Sie fügt hinzu: „Ich bin einfach stolz darauf, dass dort zwei große Nationen zusammenkommen konnten und gemeinsam eine Lösung gefunden haben.“ Diese Einigung, so Maier, sei eine wichtige Botschaft: „Wenn ich mal ein Motivationstief habe, gibt mir diese Medaille einen Schub.“ Diese Motivation will sie nun bei den Olympischen Spielen in Livigno (Italien) nutzen, um diesmal Gold zu gewinnen – ohne erneute Kontroversen und Proteste.

Aktuelle form und die rivalität mit smith

Die Formkurve stimmt: Maier hat zwei der letzten drei Weltcups gewonnen. Ihre Hauptkonkurrentin ist erneut Fanny Smith. Doch die lange Geschichte hat die beiden Athletinnen nicht entfremdet. „Wir sind durch das gemeinsame Erlebnis wirklich zusammengerückt“, sagt Maier. „Ich trainiere sehr gerne mit ihr.“

Skicross: eine disziplin voller intuition und herausforderungen

Beim Skicross rasen vier Athletinnen gleichzeitig durch einen Parcours mit zahlreichen Sprüngen und Steilkurven. Körperkontakt ist erlaubt, es gilt, die richtigen Lücken zu finden. „Im Endeffekt entscheidet die Intuition“, erklärt Maier. „Es geht darum, diesen Flowzustand zu finden und in diesem Chaos bei sich zu bleiben und die Ruhe zu finden.“

Körperliche herausforderungen und glücksbringer

Die Bodenwellen müssen dabei abgefangen werden, was für Maier nicht immer einfach ist, da sie sich im rechten Knie, dem Stoßdämpfer der Skicrosserin, einen Knorpelschaden zugezogen hat. Regelmäßige Physiotherapie hält das Gelenk fit. Maier ergänzt: „Ich muss auch ein paar Nahrungsergänzungsmittel nehmen – also Knorpel-Baustoffe, damit sie gut versorgt sind.“ Für den Erfolg hat sie einen Glücksbringer: einen Leopardenschal, den ihr ihre ehemalige Teamkollegin Celia Funkler (27) geschenkt hat. „Den habe ich jeden Tag an, in jedem Training“, sagt Maier. „Ich habe mir einen zweiten gekauft, damit ich einen auch mal waschen kann.“