Da costa zerlegt jarama und jaguar-kollegen: „ich war der schnellere, punkt“
Antonio Félix Da Costa fuhr vor 30.000 lautstarken Portugiesen im Jarama die perfekte Heimshow – und lässt danach keinen Zweifel daran, wer in Madrid das Recht auf Sieg hatte. „Ich kontrollierte das Rennen von vorne, hatte Energie für zwei Angriffe übrig. Die Entscheidung des Teams, die Positionen zu halten, war richtig“, sagt der Lissaboner, der damit seinen zweiten Saisonsieg einfährt und in der Gesamtwertung der Formel E 2026 auf Platz zwei vorrückt.
Die Stimmung kippt hinter ihm. Mitch Evans, Neuseelands Hoffnung, steigt aus dem Jaguar I-TYPE 7 und dampft noch mehr als sein Akku. „Ich hätte gewinnen müssen“, poltert der Kiwi, der aus dem Energie-Monitor eine Art Gottesanspruch ableitet. Da Costa zuckt nur mit den Schultern. „Mitch hatte zehn Prozent mehr Strom, aber ich hatte die Führung, die Pace und die Nerven. Wer zuerst fährt, bestimmt das Tempo – das ist Mechanik, keine Politik.“
Teamorder? ein luxusproblem, sagt da costa
Jaguar-Chef James Barclay musste nach dem Doppelsieg erst einmal die Funkgeräte ausschalten. Evans erinnerte sich an 2024, als ein ähnlicher Spurt in London die Meisterschaft kostete. Da Costa dagegen sieht das Duo-Plus: „Wenn wir beide vorne sind, kann man über Ego streiten oder über Titel rennen. Ich nehme lieber 43 Punkte mit als riskiere, dass sich beide in der letzten Kurve zerlegen.“
„Papaya-Regeln“ – also strikte Teamorders à la McLaren – hält der Portugiese für überholt. „Die Lösung liegt zwischen Freiheit und klarem Vertrag pro Rennen. Wir sind erwachsene Piloten, keine Spielzeuge.“

Jarama liefert den besten mix aus retro und zukunft
Erstmals seit 42 Jahren rollt wieder offizieller Rennsport über die 3,85 Kilometer des Madrider Klassikers. Da Costa schwärmt: „Die Tribünen quollen über, die Fans standen an der Mauer, man konnte die Motorenklang-Boxen fast berühren. Das ist die DNA des Motorsports – nur ohne Benzinrauch.“
Kritik gibt es für die Podiumszeremonie. „Wenn ich gewinne, will ich meine Crew umarmen, nicht im Leeren stehen. Die Boxen sind zu weit weg, die Zuschauer zu weit weg. Formel E muss den Moment neu erfinden, sonst bleibt nur ein Instagram-Foto statt Gänsehaut.“
Jetzt geht es nach Monaco. Da Costa packt seine Sieger-Stimmgabel ein: „Dort fahre ich wieder vorne – und wenn Mitch hinten ist, hat er vielleicht 20 Prozent mehr Energie. Dann darf er sie gern zeigen.“
