Cyber-mobbing zerstört superstar: olympiasiegerin quan hongchan klagt an

Die chinesische Schwimmföderation hat ein Ermittlungsverfahren wegen massiver Online-Attacken gegen Quan Hongchan eingeleitet. Die dreifache Springboard-Olympiasiegerin wurde monatelang als „fett“ beschimpft – obwohl sie hungerte. Nun liegt eine Strafanzeige vor.

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Die 19-Jährige gab in Interviews preis, dass sie nach den Spielen von Paris 2024 erwog, ihre Karriere zu beenden. „Jeden Tag nannten die Leute mich fett, aber ich hungerte bereits, sagte sie. Die psychische Wucht ließ selbst sichere Sprünge zu Albträumen werden – ein Zustand, den kein Trainer durch Technik-Drill reparieren kann.

Das Provinztrainingzentrum Guangdong erstattete Anzeige gegen unbekannt. Die Behörde für Sport spricht von „Internet-Gewalt, bösartigen Angriffen und Falschinformationen“ und kündigt Null-Toleranz an. Die Föderation sichert den Athleten rechtliche Rückendeckung zu – ein Schritt, der in Chinas sonst eher verschwiegen wird.

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Quan ist kein Einzelfall. Während der Paris-Spiele nahm die Polizei mehrere User fest, die chinesische Athleten diffamierten. Tischtennis-Weltverbände lösten offizielle Fan-Clubs auf, weil Spieler nach Niederlagen Morddrohungen erhielten. Die „verzerrte Fan-Kultur“, so die Föderation, frisst die eigene Elite auf.

Internationale Parallelfälle zeigen das Ausmaß: Marina Bassols, Spanische Tennisprofi (Platz 203), veröffentlichte kürzheitszerfressene Videos. „Todessdrohungen gehören mittlerweile zum Alltag“, sagt sie. Die Normalisierung von Hass lässt ganze Sportarten in fragwürdige Glücksspiel-Abhängigkeiten rutschen – mit Athleten als Einsatz.

Chinas Behörden reagieren mit einem Doppel: öffentliche Verfolgung von Trollen und gleichzeitig verschärfte Kontrolle über Sportler-Accounts. Doch Strafen allein heilen keine Essstörungen. Quans Geschichte endet nicht mit einer Anzeige – sie beginnt mit der Frage, wie viel Mensch in einer Goldmedaille steckt.