Cunningham droht aus nach 64 spielen – nbpa erhebt aufstand gegen nba-regel

Cade Cunningham hat alles gegeben. 64 Mal lief er für die Pistons auf, erzielte Karriere-Werte, führte ein junges Team ans Limit. Genau diese eine Partie fehlt nun, um in die Geschichtsbücher einzugehen – und die Liga zieht die Notbremse.

65-Spiele-marke blockiert all-nba-kader

Die 65-Spiele-Regel gilt seit der letzten Kollektivvereinbarung als Nonplusultra für individuelle Ehren. Wer die Linie unterschreitet, fliegt raus – egal wie groß die Statline ist. Cunningham liegt bei 64 Einsätzen, weil ihn eine Lungenverletzung zwang, zwei Wochen auszusetzen. Die Konsequenz: Kein All-NBA-Team, keine Supermax-Option, Millionen weniger auf dem Konto. Die NBPA schlägt zurück. „Eine Saison wie diese muss belohnt werden“, heißt es im Statement der Gewerkschaft, „wer wegen echter Verletzung pausiert, darf nicht mit Ladenhütern in einen Topf geworfen werden.“

Der Vorwurf ist klar: Die NBA mache aus Kontrollbedürfnis Käse. Jeff Schwartz, Agent des 22-Jährigen, wettert gegen die „starre Bürokratie“ und erinnert daran, dass LeBron James, Giannis Antetokounmpo und Stephen Curry dieselbe Falle vorfinden könnten. Auch Nikola Jokic und Victor Wembanyama streifen knapp am Abgrund entlang. Donovan Mitchell brachte es auf den Punkt: „Verletzungen sind kein Load Management.“

Die liga steht im zwielicht

Die liga steht im zwielicht

Die Absicht hinter der Klausel war einfach: Fans sollen ihre Stars sehen, TV-Partner bekommen Headliner. Doch die Realität liefert ein anderes Bild. Spieler quälen sich mit Schmerzmitteln durch Partien, riskieren langfristige Schäden, um die Quote zu wahren. Cunningham ist nur die Spitze des Eisbergs. Dahinter lauern Dutzende, die zwischen Gesundheit und Gehalt wählen müssen.

Die Fronten sind verhärtet. Die Gewerkschaft fordert mindestens eine medizinische Ausnahme, die Liga fürchtet ein Schlupfloch, das zum Dauerurlaub verkommen könnte. Verhandlungen laufen, eine Lösung bleibt offen. Zeit ist knapp – die Regular Season endet in zwei Wochen.

Am Ende zählt eine Zahl: 64 statt 65. Sie kostet nicht nur einen Jungstar die Anerkennung, sondern entlarvt ein System, das Exzellenz an Stammtischregeln misst. Cunningham wird weiterspielen, weiterscheffeln, weiterträumen. Die Frage ist nur, ob die NBA ihn dafür jemals feiern wird oder ob die nächste Lungenverletzung bereits die nächste Karriere abwürgt.