Cremonese-notstand: giampaolo muss mit notelf nach cagliari reisen

Marco Giampaolo spricht von „einem Spiel ums Überleben“, doch seine Cremonese reist mit halber Mannschaft in die Sardinen-Arena. Vardy, Sanabria, Moumbagna – der komplette Angriff liegt in der Reha-Abteilung. Thorsby fehlt ebenfalls, Maleh sitzt gesperrt in der Kabine. Die Rechnung ist simpel: Wer in cagliari verliert, darf sich auf Serie B einstellen.

Der sturm ist abgerissen

Die medizinischen Berichte lesen sich wie ein Horrorkabinett. Vardy zog sich einen Muskelfaserriss zu, Sanabria kehrte mit einer Beckenprellung aus der Nationalmannschaft zurück, Moumbagna zwickt der Adduktor. Übrig bleibt nur Bonazzoli, der mit sieben Treffern Toptorjäger ist, und ein Blick auf die Bank: Djuric oder Okereke, mehr steht nicht zur Debatte. Giampaolo erwägt ein 3-5-2, doch das wäre ein offener Poker ohne Joker.

Im Mittelfeld fehlt Thorsby mit Wadenproblemen, Maleh muss wegen einer Tätlichkeit zwei Spiele pausieren. Grassi wird wohl neben Payero starten, Bondo lauert. Die Abwehr ist das einzige Department, das Personiecho heißt: Baschirotto kehrt neben Luperto zurück, nachdem Italiano mit Bologna die Lücken aufgerissen hatte. Die Lektion war eindeutig: Wer zu tief steht, wird bestraft.

132 Jahre druck in 90 minuten

132 Jahre druck in 90 minuten

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Cremonese hat 21 Punkte, cagliari 22, Lecce 23. Einer der Drei wird am Ende durchs Raster fallen. Die restlichen sechs Partien sind keine Serien, sondern Finals. Giampaolo versucht, die Angst zu kanalisieren: „Wir leben einen psychologischen Tiefpunkt, der sich beim ersten Rückstand sofort zeigt. Meine Aufgabe ist es, den Reset-Knopf zu drücken.“

Die Fans fordern Mut, die Realität liefert Ausfälle. Ein Sieg in cagliari würde die Grigiorossi auf direktem Weg ins rettende Ufer katapultieren, eine Niederlage würde die Abstiegszone endgültig zur Falle machen. Die Uhr tickt – und sie tickt laut.

Giampaolo hat sich entschieden: Er reist mit dem, was er hat. Kein Jammern, kein Systemwechsel um jeden Preis. „Wir spielen, um zu gewinnen, nicht, um nicht zu verlieren“, sagt er am Flughafen von Bergamo, während die Mannschaft in die Maschine steigt. Die Saison ist nicht gerettet, aber sie ist noch nicht verloren. In 90 Minuten in Cagliari wird sich zeigen, ob die Notelf doch noch zur Glückself wird – oder ob die Serie B schon vor dem Sommer Realität ist.