Cremone verliert die orientierung: 1:4 gegen florenz, trainer nicola steht auf der kippe

Die Cremonese hat sich selbst verloren. Nach dem 1:4 gegen Florenz herrscht am Grigio-Rosso-Tiefpunkt Krisenstimmung, und Davide Nicola sitzt auf einem glühenden Sessel.

Die zahlen, die niemand mehr schönreden kann

14 Punkte aus den ersten neun Spieltagen – das war ein Start mit Rückenwind. Doch seit dem 7. Dezember 2025 wartet die Mannschaft auf den nächsten Dreier. Vier Niederlagen in Folge, 0:10 Tore in den letzten beiden Heimspielen. Die Cremonese rutschte auf Rang 17, nur zwei Zähler trennen sie noch vom Relegationsplatz. Die Serie B klopft laut an die Kabinentür.

Am Sonntagabend platzte der Knoten. Bereits zur Pause lag das Team 0:3 zurück, und die Franchi-Kurve feierte schon vor dem Abpfiff. „Wenn die Verantwortung mein ist, nehme ich sie“, sagte Nicola nach Abpfiff, „aber ich werde nicht zum Sündenbock gemacht.“ Der Coach lehnte das Etikett „erbärmlich“ ab, doch die Geschäftsführung hatte in der Nacht bereits Krisensitzungen einberufen.

Giampaolo soll die notbremse ziehen

Giampaolo soll die notbremse ziehen

Marco Giampaolo gilt als heißester Kandidat für die Nachfolge. Der 57-Jährige führte die Cremonese 2014/15 in die Serie C-Playoffs und bewahrte Lecce in der vergangenen Saison in letzter Sekunde vor dem Abstieg. Seine Idee: Dreierkette mit ball-starken Sechsern, Positionswechsel ohne Ballverlust. Genau das, was der aktuelle Kader offenbar verlernt hat.

Die Entscheidung fällt binnen 48 Stunden. Noch neun Spieltage, zwölf Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrang – das klingt nach Luft, aber in der jüngsten Form ist selbst das ein Tropfen auf heißem Stein. Wer soll den Schalter umlegen, wenn nicht ein Trainer, der schon einmal mit Cremone im Abstiegskampf tanzte?

Die Fans haben die Nase voll. Gegen Florenz pfiff die Kurve schon in der 70. Minute, als Jankto nach einem Foulelfmeter den Ball versenkte und sich anschließend in Richtung Bank übte – ein Video, das binnen Minuten viral ging. „È un coglione“, schimpfte der Tscheche in Richtung Trainer, ohne Namen zu nennen. Die Kabine ist gespalten, die Leitung überfordert, die Spieler verunsichert.

Der Countdown läuft. Am Samstag gastiert Cremone bei Bologna, dann folgen Atalanta und Lazio. Wer keine Punkte sammelt, sammelt nur noch Trikots für die Serie B. Giampaolo oder nicht – die Uhr tickt. Und sie tickt laut.