Covic trifft in berlin – vater weint, thioune kriegt gänsehaut
Patrice Covic brauchte 120 Sekunden, um seinen Traum zu erfüllen. In der Nachspielzeit des Stadions an der Alten Försterei, wo er als Kind schon mit Vater Ante im Training stand, schob er den Ball über die Linie – sein erstes Bundesliga-Tor, ausgerechnet gegen Union, ausgerechnet in Köpenick.
Ante covic verfolgt den treffer mit tränen
Der Vater, früher Hertha-Trainer, saß in Reihe zwei. Die Kamera fing ihn ein, wie er die Hand vor die Augen presste. „Ich habe geheult, das war viel Emotion“, sagte er später, Stimme krächzend. „Mein Sohn trifft hier – das ist wie ein Film, den kein Drehbuchautor schreiben kann.“
Daniel Thioune, Werder-Chefcoach, hatte kurz vorher den Joker gezogen. Covic lief erst viermal in dieser Saison auf, zweimal in Berlin. „Ich wollte ihm die Minuten geben, die er verdient“, sagt Thioune. „Als der Ball drin war, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Das ist purer Fußball.“

Covic junior: „heute war mein tag“
Der 18-Jährige hatte es geahnt. „Morgens war ich nervös, aber gut nervös“, erzählte er nach dem 4:1. „Ich dachte: Wenn du reinkommst, musst du es machen.“ Leonardo Bittencourt flankte, Covic stürmte am zweiten Pfosten – 2:14 Minuten nach Einwechslung war das Leder drin. „Danach war alles leer in meinem Kopf, nur noch Lärm.“
Die Zahlen sprechen für sich: Covic wurde 2022 aus der U17 von Hertha abgegeben, lief für CFC Hertha 06 auf, stieß 2023 zu Werder. Fünf Pflichtspiele, ein Treffer, drei Vorlagen in der U19-Bundesliga. Thioune warnt trotzdem vor Hype: „Er ist 18, wir haben nichts erreicht. Aber er hat Profil, er will sich zeigen – und er hat diese Ruhe, die man nicht lernen kann.“
Für Covic geht es am Samstag gegen Mainne weiter. Er wird wieder auf der Bank sitzen, wieder zittern, wieder warten. Doch egal, wie lange er spielt – sein erstes Mal kann ihm keiner mehr nehmen. „Berlin ist meine Stadt“, sagt er. „Und dieses Tor ist mein Eigentum für immer.“
