Krösche zögert: frankfurt-knaller könnte 2028 platzen

Markus Krösche hat Eintracht Frankfurt vom Mittelfeld in die Champions League gepustet – doch plötzlich ist sein Weggang keine Fantasie mehr. Hinter den Kulissen brodelt es, und die nächste Entscheidung könnte den Klub auf Jahre verändern.

Warum 30 millionen euro jeden sommer nicht reichen

Der Sportvorstand besitzt einen Vertrag bis 2028, doch schon jetzt zeichnet sich ab: Die Rechnung für Spitzenfußball und saubere Bilanz fällt größer aus als gedacht. Trotz des fetten Schecks für Hugo Ekitiké schrieb die SGE im abgelaufenen Geschäftsjahr acht Millionen Euro rote Zahlen. Für die laufende Periode prognostiziert Controlling erneut Verlust – und das, obwohl Krösche laut interner Vorgabe mindestens 30 Millionen Euro Transferplus generieren muss.

Die Folge: Jedes Sommermärchen wird zur Rechenaufgabe. Ein Ausnahmetalent darf nur dann kommen, wenn zuvor zwei Profis mit Gewinn verabschiedet werden. Drei Schritte vor, zwei zurück – so sieht der Plan aus, der Krösche zunehmend die Luft abschnürt.

Hellmanns seitenhieb nagt am vertrauen

Hellmanns seitenhieb nagt am vertrauen

Axel Hellmann, Vorstandssprecher, wetterte auf der Mitgliederversammlung gegen „falsche Einschätzungen“ im Kader. Gemeint: Krösches Scouting-Abteilung. Der Satz saß. Intern goutiert der 45-Jährige die öffentliche Rüge als Indiz für divergierende Zukunftsvisionen. Die Chemie stimmt noch, aber der Riss ist sichtbar.

Ein Anruf genügt, um das Blatt zu wenden. Premier-League-Klubs, ein Topclub aus Spanien und ein deutscher Serienmeister liegen laut Vereinsumkreis auf Lauer. Bietet einer von ihnen ein Projekt mit größerem Etat und mehr sportlichem Gestaltungsraum, klickt Krösche den Auslöser. Die Klausel: Er darf Frankfurt nicht im Sturm verlassen, ein Sommerwechsel wäre die einzig diskutierte Variante.

Riera ist kein schutzschild

Die Trennung von Dino Toppmöller Mitte Januar war Krösches Notoperation. Mit Albert Riera setzte er auf einen Trainer, der in Deutschland noch kein Spiel als Chef verloren hat – aber auch nur zwei Punkte aus zwei Partien geholt hat. Die Rückrunde wird sein Gradmesser. Fällt die Eintracht aus den Europaplatzen, wächst der Druck auf den Manager – nicht unbedingt auf den Coach. Denn Krösche hat sich öffentlich mit Riera verbrüdert; scheitert der Spanier, wäre es auch Krösches Blamage.

Die Fans spüren die Zwickmühle. Auf Twitter kursiert der Hashtag #KröscheBleib, im Nordwestkurven-Podcast fordern manche bereits klare Kante: „Entscheid dich, bevor der Sommerloch-Kader plant.“ Die Uhr tickt laut – Transferfenster öffnet in 108 Tagen.

Frankfurt ohne krösche? die prognose fällt bitter aus

Laut interner Analyse würde ein Abgang die SGE rund 50 Millionen Euro Marktwert kosten – allein durch fehlende Weiterverkaufsmargen. Die sportliche Halbwertszeit würde sinken, weil Nachfolger zunächst ein Jahr brauchen, um Netzwerke in Südamerika und Frankreich aufzubauen. Kurz: Die erfolgsverwöhnte Anhängerschaft steht vor einem Rekordtransfer auf der Managementposition, nur diesmal in die entgegengesetzte Richtung.

Krösche selbst schweigt, wie es seine Art ist. Statt Pressegespräche gibt es Excel-Tabellen, statt Pathos Zahlen. Doch die lügen nicht: Frankfurt wird 2026 erneut Geld verbrennen, wenn keine weiteren Stars verkloppt werden. Und wenn die sportliche Leitung nicht bald ein Konzept präsentiert, wie Spitzenfußball und schwarze Null unter einen Hut passen, wird der Mann, der den Europa-League-Pokal 2022 in die Mainmetropole holte, die Koffer packen. Die Eintracht wäre an einem Punkt, an dem sie sich selbst treibt – und das ist der gefährlichste aller Zustände.