Coutos hand-block rettet bvb: köln raubt der schiri den ausgleich
Schon wieder ein Handspiel, schon wieder Dortmund. Yan Couto streicht in der 95. Minute die Flanke vom Arm, der VAR schweigt, der Punkt bleibt am Rhein – und Köln ist zwei Punkte vom Relegationsplatz entfernt.
Köln spielt sich warm, der bvb in rückstand
Lukas Kwasniok hatte seine Elf auf Beton gestellt. Fünf Minuten, 60 % Ballbesitz, Youssoupha Niang scheitert an Gregor Kobel – der FC startet wie ein Abstiegskandidat, der plötzlich merkt, dass er doch noch Fußball spielen kann. Die Dortmunder wackeln, ihre erste Idee heißt Serhou Guirassy. Der Stürmer trifft aus dem Nichts, weil Köln nach vorne baden geht und hinten das Kissen vergisst. 16. Minute, 0:1, die individuelle Klasse schlägt Kampfgeist.
Die zweite Geschichte schreibt Jahmai Simpson-Pusey. Gelb-Rot wegen Spätem Einsatz, 45.+2 – Köln mit zehn Mann, der Glaube trotzdem. Kwasniok stellt auf Dreier-Kette um, Kobel pariert gegen Kaminski, dann gegen Uth. Der Anschlusstreffer fällt in der 88. Minute, weil die Dortmunder sich ein zweites Mal umschauen statt wegschlagen. 1:2, Schlusspfiff, Köln jubelt trotz Niederlage – weil es endlich wieder Fußball sieht.

Coutos arm wird zur schneise
Die 95. Minute. Kaminski zieht von links, die Flanke rutscht an Kobel vorbei, Couto hebt den rechten Arm, der Ball prallt ab, Köln jubelt – kurz. Schiri Daniel Siebert läuft weiter, VAR Benjamin Cortus meldet sich nicht. Thomas Kessler platzt der Kragen: „Das ist eine hundertprozentige Torchance, ich will dafür keine Erklärung hören.“ Lothar Matthäus stimmt ein: „Elfmeter, klar.“ Die Bilder liefern den Beweis, die Regelauslegung liefert das Fragezeichen. Couto sieht den Ball, der Arm ist leicht angehoben – reicht das? Für Köln ja, für Dortmund Glück, für die Liga das nächste Handspiel-Déjà-vu.
Die Schwarz-Gelben eilen davon. Stuttgart verliert in Freiburg, der Vorsprung auf Rang fünf wächst auf acht Punkte. Neun Spieltage noch, die Champions-League-Türe steht offen, trotzdem nagt der Schuh. Niko Kovac redet sich warm: „Wir haben Ziele, nicht Träume.“ Doch die Wahrheit lautet: Ohne Kobel und Guirassy wäre diese Saison längst ein Albtraum. Der Stürmer schießt, der Keeper hält, der Rest wackelt. Kovac spürt es, die Fans auch. 61. Minute, Guirassy verweigert dem Trainer den Handschlag – kleiner Akt, großes Ausrufezeichen.
Köln steht mit 18 Punkten da, Werder auf 16, das Spiel weniger. Die Geißböcke haben jetzt ein Lebenszeichen gesetzt, der BVB ein Lebenszeichen mit Makel. Die Handspiel-Debatte läuft weiter, der VAR bleibt stumm, die Liga lacht nicht mehr. Am Ende gewinnt Dortmund drei Punkte – und verliert wieder ein Stück Glaubwürdigkeit.
