Conte zündet meisterschafts-rakete: napoli legt inter mit sieg in cagliari unter druck

Antonio Conte lässt die Bombe platzen. Nach dem 1:0 in Cagliari spricht der Napoli-Trainer erstmals offen vom zweiten Titel in Folge – und setzt damit die ganze Serie A in Wallung. Die Aussage ist ein einziger Kanal: Wir haben Druck aufgebaut, sagt er. Gemeint ist der Rückstand von nur noch sechs Punkten auf Tabellenführer Inter.

Contes taktik: schweigen, warten, zuschlagen

Contes taktik: schweigen, warten, zuschlagen

Seit dem 17. Oktober hatte er keine Pressekonferenz mehr gegeben. Kein Wort zu Verletzten, kein Kommentar zu Transfergerüchten. Stattdessen arbeitete er im Stillen, ließ die Stars auskuren, trimmte die Mannschaft auf Vier-Siege-Welle. Jetzt, beim Frühlings-Äquinoktium, bricht er sein Schweigen – und liefert die Begründung gleich mit: Napoli sei der legitime Verfolger, der von Anfang season für die Meisterschaft gemacht sei. Fast 200 Millionen Euro Invest im Sommer, 40 Millionen im Winter, dazu das Trikot des amtierenden Meisters. Die Zahlen sprechen für ihn.

Die Fans flippen aus. Auf Twitter kursen Hashtags wie #ScudettoRitorno, auf Instagram häufen sich Memes, die Inter-Verteidiger als Zitternde zeigen. Ein User schreibt: Mister, l’Inter crollerà, ein anderer: Wir gewinnen alle Spiele, lasst uns träumen. Auf der anderen Seite der Stadt reagieren die Nerazzurri mit Mischung aus Hohn und Angst. Wenn Napoli noch einmal gewinnt, lande ich im Krankenhaus, lautet ein Kommentar. Ein anderer wirft ein: Nur wir können diesen Titel noch verschenken – oder eben Napoli.

Conte selbst nutzt die Stimmung. Er kennt die Psycho-Tricks von Mourinho, hat sie selbst perfektioniert. Indem er die Meisterschaft erst jetzt wieder ins Spiel bringt, entlädt er die Energie seiner Anhänger und schürt gleichzeitig die Unruhe beim Gegner. Die nächsten Wochen sind ein Schachbrett: Napoli trifft auf Fiorentina, Inter muss nach Bologna. Ein Punktverlust reicht, um den Vorsprung zu schmelzen. Und dann? Dann winkt eventuell ein Playoff um den Titel – Szenario, das die Liga seit 18 Jahren nicht mehr gesehen hat.

Die Liga schaut gebannt zu. Denn wer Conte kennt, weiß: Er redet nicht einfach, er schaltet. Und wer einmal mit ihm tanzt, kommt selten ungeschoren davon.