Conte vorerst zur nationalmannschaft: hohe gehälter und sponsoren-deal nötig

Rom – Die Suche nach Rino Gattuso’s Nachfolger beim italienischen Fußballverband (FIGC) nimmt Formen an. Während Giancarlo Abete und Giovanni Malagò sich noch bedeckt geben, kristallisiert sich Antonio Conte als Favorit heraus. Doch die Finanzierung seines Engagements wird zur Mammutaufgabe – ein Szenario, das bereits bei früheren Top-Trainern der Squadra Azzurra eine Rolle spielte.

Die astronomischen forderungen der top-trainer

Die astronomischen forderungen der top-trainer

Die Zeiten, in denen die Nationalmannschaft ein Hort der Selbstlosigkeit war, scheinen vorbei. Aktuelle Gehaltsforderungen potenzieller Nachfolger Gattuso’s erreichen mindestens das Doppelte der von der FIGC vorgegebenen Parameter. Ein Umstand, der die Verhandlungen erschwert, aber auch die Notwendigkeit aufzeigt, das Modell der Sponsorensuche wiederzubeleben. Andrea Ramazzotti, unser Kollege, beleuchtet in seiner Analyse die Situation in Mailand und verdeutlicht die finanzielle Herausforderung.

Conte, dessen Vertrag beim SSC Neapel vorzeitig ausläuft, könnte die Lösung sein. Der gebürtige Salentiner soll aktuell neun Millionen Netto pro Saison verdienen – eine Summe, die für die italienische Nationalmannschaft schwer zu stemmen ist. Dennoch deutet alles darauf hin, dass Conte bereit ist, bei der festen Vergütung Abstriche zu machen, wobei Bonuszahlungen im Erfolgsfall die Summe aufwerten könnten. Eine Strategie, die dem Vorbild Pep Guardiolas folgt, der ebenfalls bei Manchester City einen lukrativen Vertrag auflöst.

Die Gehaltsspirale dreht sich weiter: Auch Max Allegri, sollte er mit dem AC Mailand die Qualifikation für die Champions League erreichen, könnte bald sechs Millionen Netto pro Saison fordern. Die Konkurrenz um Top-Trainer ist hart, und die FIGC muss tief in die Tasche greifen, um einen Weltklassetrainer an die Nationalmannschaft zu binden. Es geht um mehr als nur um Geld; es geht um die Zukunft des italienischen Fußballs.

Die Vergangenheit zeigt ein ähnliches Bild. Luciano Spalletti verdiente zuletzt 2,8 Millionen Euro pro Saison, während Roberto Mancini, der die Europameisterschaft 2021 gewann, mit drei Millionen plus Boni‘s hausierte. Nur Gian Piero Ventura, dessen Amtszeit abrupt endete, startete mit einem bescheidenen Gehalt von 1,3 Millionen.

Die Erinnerungen an das Scheitern bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien unter Cesare Prandelli (damals 1,6 Millionen) sind noch frisch. Antonio Conte übernahm damals das Ruder und erhielt mit 4,1 Millionen Euro pro Saison den höchstdotierten Vertrag in der Geschichte der FIGC – dank der Unterstützung durch strategische Sponsoren. Eine ähnliche Lösung könnte sich nun auch für Conte oder einen anderen Top-Kandidaten aufdrängen.

Die Stunde der Wahrheit ist gekommen. Um den italienischen Fußball wiederzubeleben, bedarf es nicht nur eines erfahrenen Trainers, sondern auch einer klaren Strategie und der Bereitschaft, in die Zukunft zu investieren. Zunächst muss die Trainerfrage gelöst werden, anschließend folgen notwendige Reformen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Serie A nachhaltig zu stärken.

Die Entscheidung, Conte zu verpflichten, wäre ein klares Signal an den Fußballwelt: Italien ist zurück!