Ferrari: miami-desaster und kanada als ultimatives test
Ein fast neuer Bolide, doch in Miami ein herber Rückschlag: Ferrari verpasste knapp die Podiumsplätze. Charles Leclerc kämpfte, wurde aber bereits von Oscar Piastri überholt, bevor ein Kontakt mit der Streckenbegrenzung ihn zusätzlich in Bedrängnis brachte. Lewis Hamilton hingegen fand überhaupt nicht in Tritt – und ließ seiner Frustration freien Lauf. „Der Simulator ist für uns nutzlos“, soll er geknallt haben.
Mercedes und mclaren: die konkurrenz schärft die klauen
Nun gilt es, in Kanada den Fehltritt auszumessen und mit aller Macht zurückzuschlagen. Mercedes plant bereits eine umfangreiche 'Evo'-Version, mit der man schätzungsweise 0,3 Sekunden pro Runde gewinnen könnte. Auch McLaren vollendet seine Präsentation aus Miami, wobei noch 40 Prozent der geplanten Neuerungen auf den Weg gebracht werden sollen. Rob Marshall hatte bereits vor einer Woche in MARCA gewarnt: „In Montreal wird es weitere Verbesserungen geben.“ Nicht zu vergessen: Neue Teile von Woking kommen in der Regel gut an.
Nach eingehender Analyse der Daten aus Miami wurde in Maranello die Ursache des Problems gefunden. Der Bericht ist eindeutig: Der SF-26 konnte „nicht das volle Potenzial ausschöpfen, das die zahlreichen Neuerungen versprachen.“ Wie Franco Nugnes bei Motorsport.com enthüllte, sei keine einzelne Komponente versagt, aber ihre Leistung sei deutlich unter den Erwartungen der Simulation geblieben.
Kanada wird somit zum entscheidenden Test für die Scuderia – mitten in der fünften Saison.

Motorprobleme und ein fragiles gleichgewicht
Die Vorbereitungen in Montreal brachten gemischte Ergebnisse: Exzellente Leistungen in Kurvenbereichen und eine starke Traktion, aber Schwierigkeiten auf den Geraden bei der Energierückgewinnung und -abgabe. Dies sei der Achillesferse des Autos, so heißt es. Der Motor soll im Vergleich zum Mercedes zwischen 22 und 25 PS an maximaler Leistung einbüßen – und das nur im ICE (Internal Combustion Engine), ohne die elektrische Komponente zu berücksichtigen. Das ADUO wird nach dem Rennen kalibriert, um den Abstand der Konkurrenz zu Mercedes zu ermitteln und durch zusätzliche Verbesserungen an der Antriebseinheit auszugleichen.
Sollte Ferrari weiterhin von Mercedes und McLaren übertrumpft werden, droht ein kleiner Krisenstab und die Erkenntnis, dass die positiven Eindrücke aus Australien und China – wo man noch eng mit den Silberpfeilen um Platz kämpfte – sich möglicherweise in Luft aufgelöst haben. Die Saison ist noch lang, doch im Rennen der Evolution liegt das Team von Fred Vasseur im Moment deutlich hinter seinen Rivalen.
Und das, obwohl Red Bull bereits bedrohlich nahe an Ferrari herangerückt ist. Die Frage ist, ob Ferrari seine Renaissance in Montreal einleiten kann oder ob die Ausgangslage für die Weltmeisterschaft düsterer aussieht. Die Antwort wird auf der Strecke gegeben.
