Cobolli: „zwei wochen, die mein leben veränderten“ – niederlage in roland garros, aber zukunftsperspektive!
Paris – Die Stille im Court Philippe Chatrier nach dem letzten Punkt war ohrenbetäubend. Flavio Cobolli, der italienische Hoffnungsträger, hatte im Finale der French Open gegen Alexander Zverev zwar die kurze Nase, doch die Art und Weise, wie er sich dieser Begegnung gestellt hat und wie er sich im Anschluss präsentierte, lässt aufhorchen. Es war eine Niederlage, die gleichzeitig einen Triumph darstellte – den Beginn einer vielversprechenden Karriere.

Cobolli würdigt zverev und blickt nach vorn
Die Ehrungen nach dem Spiel waren von großer Emotionalität geprägt. Adriano Panatta, der letzte italienische Roland Garros-Sieger vor 50 Jahren, überreichte Cobolli den Silbertablett. Die Geste, die Anerkennung – es war ein Moment, den sich der junge Italiener für immer einprägen wird. Cobolli selbst sprach voller Demut über seine Leistung und die seines Gegners: „Ich möchte mich bei Sascha für sein fantastisches Spiel bedanken. Wenn man mich fragen würde, wer diesen Titel verdient, hätte ich ebenfalls seinen Namen genannt. Ich bin glücklich für ihn und natürlich traurig für mich.“
Doch die Niederlage schien ihn nicht zu sehr zu belasten. Stattdessen betonte er die positiven Aspekte der vergangenen zwei Wochen. „Es waren die schönsten zwei Wochen meines Lebens“, gestand er mit einem Lächeln. „Es ist eine Ehre und ein Stolz, diesen Preis von Adriano entgegenzunehmen, auch wenn ich ihn nie selbst beim Spielen gesehen habe.“
Ein besonderer Dank galt seiner Mutter. „Meine Mutter lebt noch, das ist das Wichtigste“, sagte Cobolli mit einem Augenzwinkern und löste damit herzhaften Applaus im Publikum aus. Diese kleine Anekdote unterstrich seine Bodenständigkeit und seinen Charakter.
Doch Cobolli ist kein Mann, der in der Selbstmitleid versinkt. Er blickt bereits nach vorn und sieht in dieser Niederlage einen wichtigen Schritt in seiner Karriere. „Ich bin jung, und dies ist für mich ein großer Erfolg, aber es ist auch nur ein Ausgangspunkt“, erklärte er entschlossen. Die Worte sind Programm: Cobolli hat in Paris gezeigt, dass er zu den Top-Spielern der Welt aufsteigen kann. Es ist nur eine Frage der Zeit.
