Cigerci entscheidet cottbus' aufstiegsrennen – ein bruder hilft dem bruder!
Energie Cottbus atmete kollektiv auf. Der Sieg gegen Wiesbaden, knapp und dramatisch, hielt die Aufstiegschancen am Leben. Und mitten im tobenden Freudentaumel stand er: Tolga Cigerci, der Mann des Tages, der mit einem Volltreffer die Lausitz in Ekstase versetzte.
Ein cigerci rettet, was ein cigerci versaut hat
Es war ein Spiel voller Anspannung, ein Kampf um jeden Zentimeter auf dem Rasen. Wiesbaden präsentierte sich als unangenehmer Gegner, der Cottbus das Leben schwer machte. Doch als in der 89. Minute Tolga Cigerci den Ball am Fuß hatte, schien plötzlich alles möglich. Sein Bruder, der normalerweise die Bude rockt, musste heute von der Bank aus zusehen – gesperrt, aber mit fieberhafter Aufmerksamkeit.
Die Szene ist fast schon kitschig, aber sie zeigt die besondere Verbindung, die diese Familie hat. Ein Cigerci für alle Fälle, wenn man so will. Denn als es ernst wurde, war Tolga zur Stelle, um die Bürde zu tragen, die sein jüngerer Bruder sonst so souverän schulterte.
Die Zahl spricht für sich: 2:1 lautete der Endstand, ein Ergebnis, das Cottbus enorm weiterhilft. Aber es ist mehr als nur ein Sieg. Es ist ein Signal, dass in Cottbus noch an den Traum vom Aufstieg geglaubt wird, auch wenn die Umstände schwierig sind.

Wollitz’ mahnung: „nicht gut genug!“
Trainer Claus-Dieter Wollitz, bekannt für seine direkte Art, ließ der Mannschaft auch nach dem Sieg wenig schmeicheln. „Das war heute nicht gut genug“, knurrte er, obwohl er sich insgeheim über den wichtigen Sieg freute. „Nächstes Wochenende müssen wir besser sein, wenn wir aufsteigen wollen.“ Ein Appell, der in Cottbus Anklang finden dürfte.
Denn das Spiel gegen Wiesbaden offenbarte auch Schwächen. Die Mannschaft wirkte verunsichert, hatte Mühe, Torchancen zu kreieren. Das Fehlen von Kapitän Borgmann und Topscorer Tolcay Cigerci war deutlich spürbar. Doch gerade in solchen Momenten zeigt sich der wahre Charakter einer Mannschaft. Und Cottbus zeigte eben Charakter.
Die Fans, rund 20.000 lautstarke Anhänger, feierten ihre Mannschaft nach dem Schlusspfiff frenetisch. Der Sieg war ein Geschenk, ein Grund zur Hoffnung. Und Tolga Cigerci, der Held des Tages, wurde von seinen Teamkollegen bejubelt wie ein König.
Seine Worte nach dem Spiel waren bescheiden, aber ehrlich. „Ich kann es kaum fassen“, sagte er. „Der Ball war einfach drin.“ Eine Aussage, die die Erleichterung und Freude, die er empfand, perfekt widerspiegelte. Und während er von seinem Bruder umarmt wurde, war klar: In Cottbus ist Familie mehr als nur ein Wort – es ist eine Lebensweise.
Die Reise nach Regensburg am kommenden Samstag ist nun entscheidend. Mit zwei Punkten Vorsprung auf Duisburg und Essen können die Lausitzer selbst das Schicksal in die Hand nehmen. Ein Unentschieden könnte schon reichen, um den Traum von der 2. Bundesliga zu verwirklichen. Doch bevor die Party steigen kann, muss noch eines passieren: Cottbus muss in Regensburg seine beste Leistung zeigen.
