Chivu schlägt zurück: tabellenführung ist antwort auf alle zweifler

Mailand – Drei Spiele ohne Sieg, die Kurve zeigt nach unten, die Roma kommt. Cristian Chivu lässt sich nicht in die Ecke drängen. „Solange wir Erster sind, erfüllen wir die Erwartungen“, feuert der Inter-Coach vor dem Topspiel am Ostersonntag in die Runde der Kritiker.

Die Zahlen, die er auf den Tisch knallt, sind hart: 18 Partien, 14 Siege, drei Remis, eine Niederlage. „Dramen wegen eines Unentschiedens gibt es nur beim Inter“, spottet der Rumäne. Die implizite Botschaft: Hier wird ein Blatt Sturm im Wasserglas aufgebauscht.

Chivu zieht die psycho-karte

Chivu zieht die psycho-karte

Seine Spieler seien „Menschen von Wert“, predigt er. Fallen sie hin, stünden sie wieder auf. Das klingt nach Gruppendynamik statt Taktik-Board. Nach der Rötel-Karte für Bastoni in der Nations League ist das Programm klar: Identität statt Individualschuld. „Enttäuschungen gehören dazu. Ich mache mir keine Sorgen, sie haben mir in acht Monaten gezeigt, woraus sie gemacht sind.“

Die Roma reist mit Rückenwind an – 3:1 in Lecce, frisches Selbstvertrauen. Inter dagegen wartet seit dem 1:1 in Florenz auf den nächsten Dreier. Die Lücke zu Juve beträgt noch zwei Punkte, ein Ausrutscher könnte die Meisterschaftsfrage wieder offen werfen. Chivu nimmt den Druck ganz bewusst auf sich, um seine Stars zu entlasten.

Hinter den Kulissen laufen bereits die Planungen für die Zeit nach Bastoni. Kayode von den Blauen gilt als heißer Kandidat für die Linksverteidiger-Position, sollte der italienische Nationalverteidiger länger ausfallen. Doch Chivu betont: „Wir haben interne Alternativen, wir werden nicht in Panik verfallen.“

130 Jahre „Gazzetta dello Sport“ – das Jubiläum beschert der Sportzeitung neue Abo-Rekorde. Für Chivu zählt nur ein Datum: 5. April, 20.45 Uhr. Dann muss Inter liefern. Sonst wird aus der friedlichen Osterpredigt schnell ein heißes Kreuzverhör.

Die Tabelle lügt nicht. Und Chivu weiß: Solange seine Mannschaft ganz oben steht, hat niemand das Recht, laut zu werden. Am Sonntag in Mailand wird sich zeigen, ob die Zahlen oder die Stimmen die Oberhand gewinnen.