Arman tsarukyan: der mann, der alles besitzt – außer dem ufc-thron
Er hat das Geld, die Follower, die Siegesserie – nur den Gürtel fehlt. Arman Tsarukyan spuckt auf die Klischees und jagt stattdessen die Geschichte.
Ein reicher mann mit blutigen knien
Die Geschichte beginnt nicht in einem staubigen Gym, sondern in einer Villa mit Marmortreppe. Tsarukyan hätte sich mit 25 in den Ruhestand verabschieden können. Stattdessen lässt er sich von Islam Makhachev zerkratzen, boxt um Mitternacht gegen Influencer und schickt Grappler auf die Matte, als gäbe es kein Morgen.
Sein Instagram-Live wirkt wie ein Schaukelfahrplan: Montag Wrestling mit NCAA-Champions, Dienstag Sparring mit Olympiasiegern, Mittwoch Grappling-Showdown im Kasino von Yerevan. Die Kommentare schreien „Attention-Seeker“, doch die Zahlen lügen nicht: seit 2022 ist er ungeschlagen, 9 Siege in Serie, keiner ging über die zweite Runde.

Die schlägerei, die keiner mehr ihm anlastet
Erinnerung an April: Hotellobby, Wodka-Flasche, flying knee von Georgio Poullas. Die Clips gingen viral, doch die Stimmung kippte. Statt des üblichen „Tsarukyan ist wieder am Prügeln“ posteten selbst Hater Clowns-Emojis unter Poullas’ Seite. Der Grund: Arman lieferte hinterher keine PR-Entschuldigung, sondern 48 Stunden später eine Submission im ersten Sparring. Die Community liebt Effizienz mehr als Reue.
Sein Manager verriet mir letzte Woche: „Er schickt mir um 3 Uhr nachts Grappling-Videos mit der Frage ‚Wie viele Subs in 5 Min?‘ – dann schickt er 20 Minuten später das Ergebnis. Er spielt nicht UFC-Manager, er spielt Stats-Addiction.“

„Grappling ist mein playstation-modus“
Zur Sache: Der Mann behandelt Nogi-Turniere wie andere Leute eine Runde FIFA. Er sagt es offen zu The Schmo: „Mein Sport ist MMA, der Rest ist nur Loading-Screen.“ Klingt arrogant, bis man checkt, dass er jeden Gegner nach dem Fight um ein rematch im Grappling bittet – und kassiert. Geld spielt dabei keine Rolle; Preisgeld verschenkt er an Kinder Gyms in Gyumri.
Die UFC schielt seit Monaten auf ihn als Backup für Makhachev vs. Volkanovski 3. Internes Paper: Gate-Steigerung von 18 %, wenn Tsarukyan auf der Karte steht. Doch er lehnte den Co-Main-Spot in Abu Dhabi ab. Warum? „Ich will den Champ am kalten Ort, nicht in der Wüste“, zitiert ihn sein Coach im Flughafen von Vegas.
Die Frage bleibt: Wer traut sich, ihn zu promoten? Beneil Dariush sagt ab, weil „sein Tempo wie Khabib auf Red Bull“ wirke. Chandler will, aber nur auf Twitter. Justin Gaethje lacht und antwortet mit einem Bild von sich mit einem Bier – seine Art, „danach“ zu sagen.
Die Uhr tickt. Mit jedem Sieg steigt die Anzahl der Hashtags #TsarukyanTitleShot. Die Armenier in Glendale spuckten schon 40.000 Tickets für ein hypothetisches Heimspiel im SoFi-Stadium aus. Der Gewinner? Tsarukyan, der am Ende des Interviews mit The Schmo die Kamera anschaut und sagt: „Ich brauche keinen Gürtel, um der Beste zu sein – aber ich nehme ihn trotzdem mit.“
Die Message ist klar: Solange die UFC wartet, spielt er einfach weiter – und zwar auf höchstem Niveau. Die Konkurrez darf gern zusehen, wie er ihre Sportarten wie Minispiele abhakt. Der Countdown läuft, nur diesmal diktiert der Matador das Tempo. Und wer ihn unterschätzt, landet vermutlich in seinem nächsten Highlight-Reel zwischen einem Double-Leg und einem Omoplata.
