Chivu feuert inter trotz sperre: '27 punkte, alles drin'
Cristian Chivu steht vor dem Fernseher statt an der Seitenlinie, doch seine Stimme donnert trotzdem durch das Inter-Trainingszentrum in Appiano Gentile. „Der Kampf geht weiter, 27 Punkte warten“, sagt der suspendierte Coach – und schickt seine Fiorentina-Armee mit Kolarov als Stellvertreter in die Toskana.

Chivu wirft thuram-debatte in den wind
„Marcus ein Problem? Quatsch“, spuckt der Rumäne nach dreien Spielen ohne Sieg und nur einem Treffer. „Er weiß, dass jetzt Finale-Zeit ist. Und Finalspieler zeigen sich in den 90 Minuten, nicht in den Schlagzeilen.“ Die Wahrheit: Thuram traf in den letzten fünf Pflichtspielen nicht mehr – doch Chivu stützt ihn öffentlich, bevor die Medien ihn zerreißen.
Die Lautaro-Ausfall-Debatle? „Keine Ausrede“, sagt er, „Kalb-Knöchel oder nicht – wir haben genug Pulver.“ Dabei fehlen nicht nur der Kapitän, sondern auch Bastoni mit muskulären Fasern, und die Atalanta-Pleite (0:2) sowie das 0:0gegen Torino nagten am Selbstvertrauen. Doch Chivu dreht den Spieß um: „Druck ist ein Privileg. Wer keinen spürt, spielt nicht oben mit.“
Hinter den Kulissen schaltete die Klubführung nach dem Manganiello-Einsatz kurzzeitig die Mikrofone ab – Protest gegen Schiedsrichter-Entscheidungen. „Geteilte Entscheidung, aber jetzt zählen Tore, nicht Tiraden“, erklärt Chivu und lässt die Champions-League-Aus gegen Bodø/Glimt (1:5 bei Sporting) hinter sich. „Rückspiel? Vergessen. Wir schauen nach vorne – auf Firenze und dann auf Mailand.“
Die Statistik liefert Munition: Gewinnt Inter heute, verkürzt der Vorsprung auf Napoli auf fünf Zähler bei noch neun Partien. Verliert Inter, liegt die Meisterschaft beim nächsten Rückschlag in der San Siro praktisch auf der Intensivstation. Chivu nimmt die Mathematik mit kaltem Humor: „Wir müssen nicht rechnen, wir müssen gewinnen – dann rechnet der Rest für uns.“
90 Minuten in Florenz, 27 Punkte danach. Die Meisterschaft ist längst keine Symphonie mehr, sondern ein Sprint über 100 Meter mit Hürden. Chivu kann nicht laufen, aber er kann brüllen – und seine Spieler hören ihn laut genug, um die Saison doch noch zu einem Happy End zu treiben.
