Fribourg stolpert ins playoff-debakel – aufsteiger biasca fällt aus

Rapperswil lässt Fribourg-Gottéron alt aussehen. Die Lakers schlagen die Saanestädter im eigenen Park mit 5:2, und schon nach 40 Minuten verstummt die BCF-Arena. Dann die Hiobsbotschaft: Attilio Biasca, erst wenige Stunden zuvor zum „Aufsteiger des Jahres“ gekürt, verletzt sich im Zweiten Drittel und kehrt nicht zurück.

Der ausnahmetalent fällt – und mit ihm die hoffnung

Biasca war dieses Jahr der Turbo des HCFG. 34 Scorerpunkte in der Grundserie, ein Mix aus Powerplay-Reife und Body-Check-Attitüde, der Trainer Roger Rönnberg immer wieder aus dem Hut zauberte. Gegen Rapperswil brauchte er nur 11:47 Minuten, um sich das Knie zu verdrehen – oder war es die Hüfte? Der Klub schweigt, die Diagnose steht aus. Fakt: Er fehlte in den letzten neun Minuten des zweiten Drittels und das komplette Schlussdrittel. Ohne ihn wirkt Fribourg wie ein Ferrari mit Handbremse.

Die Lakers hingegen fuhren ihren Matchplan konsequent runter. Nach dem 1:1-Ausgleich durch Fribourgs Tim Heed antworteten sie mit drei Toren in Folge – alle aus dem Slot, alle nach Eigenfehlern der Hausherren. Goalie Reto Berra sah bei 22 Schüssen vier mal hinter sich einnetzen, ehe er gegen Dario Simion im Powerplay noch den fünften Gegentreffer kassierte. Die 5:2-Endstellung war in dieser Form höher einzuschätzen als jedes Spektakel der Regular Season.

Zweiter mann down – die tiefe wird zum trümmerfeld

Zweiter mann down – die tiefe wird zum trümmerfeld

Mit Biasca und dem langzeitverletzten Sandro Schmid fehlen Rönnberg nun zwei Top-6-Stürmer. Die Depth-Players wie Julien Privet oder Joël Vermin sollen nun liefern – doch gegen Rapperswil blieben sie ohne Punkte. Die Lakers konnten dagegen auf ihre komplette Reihe um Alain Birbaum bauen, die mit neun Scorerpunkten in zwei Spielzeiten gegen Fribourg glänzt.

Der Serie steht jetzt 0:1. Spiel zwei folgt bereits am Sonntagabend in der BCF-Arena. Die Saanestädter haben 48 Stunden, um die Taktik neu zu schreiben – und um Biascas Ersatz zu finden. Ohne ihn droht eine frühe Sommerpause, die keiner in Fribourg einkalkuliert hatte.

Die Zahlen sind schonungslos: 0 Siege in den letzten fünf Playoff-Heimspielen, 22 % Powerplay-Quote in der Postseason – und jetzt auch noch der Verlust des einzigen Spielers, der diese Statistik in der Lage war zu korrigieren. Die Fans singen noch, aber die Stimmen werden leiser. Wer kann sie wieder laut machen?