Chiellini enthüllt: warum langfristige fußballprojekte illusionen sind
Turin – Giorgio Chiellini, der neue Sportdirektor von Juventus Turin, hat in einem exklusiven Interview auf DAZN vor dem Spitzenspiel gegen den AC Mailand deutlich gemacht, dass langfristige Planungen im Fußball bestenfalls trügerisch sind. Stattdessen plädierte er für realistische Zwischenziele und betonte die entscheidende Rolle von Trainer Maurizio Spalletti für die Zukunft des Vereins.

Yildiz als schlüsselspieler – und die notwendigkeit kurzfristiger erfolge
Chiellini hob die rasante Entwicklung von Kenan Yildiz hervor: „Vor zwei Jahren war er noch nicht der Spieler, der er heute ist, und in zwei Jahren wird er vermutlich ein noch höheres Niveau erreichen.“ Doch der frühere Verteidiger warnte: „Die Zeit ist begrenzt. Langfristige Projekte sind im Fußball eine Illusion. Man braucht Ziele, die man erreichen muss, sonst verpufft alles.“ Die Aussage unterstreicht die pragmatische Philosophie, die Juventus unter seiner Führung verfolgt.
Die Verpflichtung von Maurizio Spalletti als Trainer, lange bevor die Qualifikation für die Champions League sicher war, zeugt von einem mutigen Ansatz. Chiellini betonte sein starkes Vertrauen in den Coach: „Ich war davon überzeugt, dass er der richtige Anführer für die Zukunft sein kann, und das hat sich bewahrheitet. Er weiß, wie er die Spieler motivieren und fordern kann – wann er Druck aufbaut und wann er ihn reduziert. Das ist eine Qualität, die große Trainer auszeichnet.“
Die Verantwortung liegt bei den Spielern: Chiellini lobte die Reife und das Verantwortungsbewusstsein der jungen Spieler, die er als „Gruppe von Männern“ bezeichnet, die sich stetig weiterentwickeln. Er sieht in ihnen das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft, betont aber, dass die Leistung auf dem Platz entscheidend ist.
Das Duell mit dem AC Mailand wird für Juventus zu einem wichtigen Test im Kampf um die Champions-League-Qualifikation. Chiellini blickte auf seine Vergangenheit zurück und erinnerte an die Rivalität mit Zlatan Ibrahimovic: „Zlatan war immer ein Weltklasse-Spieler, mein „Feind“, weil er immer bei den Teams gespielt hat, gegen die wir die größten Duelle hatten. Aber wir haben ein gutes Verhältnis und gegenseitigen Respekt.“
Die knappe Niederlage gegen Inter Mailand in der vorherigen Saison hat Juventus gelehrt, dass die Meisterschaft in dieser Saison außer Reichweite ist. Die Konzentration liegt nun auf dem sicheren Einzug in die Champions League und dem Aufbau einer neuen, nachhaltigen Erfolgsgeschichte – ein Prozess, der von kurzfristigen Zielen und der stetigen Entwicklung junger Talente wie Kenan Yildiz geprägt sein wird. Die Zukunft von Juventus liegt im Hier und Jetzt.
