Chemnitz scheitert in ljubljana: ein viertel zerstört den eurocup-traum

65:73 in der Arena Stožice – mit sieben Punkten im dritten Viertel fällt die Entscheidung. Die Niners Chemnitz verpassen die Sensation und bleiben vor 12.000 Slowenen auf der Strecke.

Rodrigo pastores plan funktioniert 20 minuten lang

Der argentinische Coach hatte vor dem „one-game-take-all“ angekündigt, „die beste Version“ seiner Mannschaft zu zeigen. Bis zur Pause klappt das. Mit 39:36 führen die Sachsen, treffen aus der Distanz, verteidigen mit Tempo. Kevin Yebo trifft, Amadou Sow dominiert die Zone, und selbst Ljubljanas US-Star Jordan Loyd findet kein Mittel gegen die geschlossene Chemnitzer Defense.

Dann kommt das kollektive Black-out. Drei Minuten ohne Korb, fünf Ballverluste in Serie, Ljubljana läuft. Ein 0:10-Lauf, gedreht durch zwei Dreier von Luka Božić und einem Put-back von Alen Omić – schon liegt Chemnitz mit sieben zurück. Der deutsche Meister schafft im gesamten dritten Viertel nur sieben Punkte. „Wir haben den Rhythmus verloren, und die Slowenen haben sofort gerochen“, sagt Kapitän Christian Sengfelder nach dem Spiel. „Plötzlich war alles zu schnell, und wir haben schlechte Entscheidungen getroffen.“

Freiwürfe versenken den viertelfinal-traum

Freiwürfe versenken den viertelfinal-traum

Die Niners kämpfen sich zurück. Yebo trifft den Dreier zum 55:59, zwei weitere Fernwürfe von Sow und Robin Amaize verkürzen auf 64:66. Die 2.300 mitgereisten Fans glauben wieder. Doch dann die Wende: zwei verworfene Freiwürfe von Sengfelder, ein Ballverlust von Jonah Radebaugh, im Gegenzug der Dreier von Jaka Blažić – 64:69. Die Statistik liefert die bittere Wahrheit: nur 8 aus 20 vom Freiwurfpunkt, 40 Prozent. „Das ist in einem K.-o.-Spiel nicht überlebensfähig“, sagt Sportdirektor Matthias Liss. Ljubljana wirft 16 von 19, entscheidender Unterschied.

Amadou Sow ist mit 13 Punkten bester Chemnitzer Werfer, doch seine Mitspieler kombinieren für 3/17 von jenseits der Dreierlinie. Cedevita Olimpija dagegen schaltet nach dem Seitenwechsel auf Zone, verstopft die Mitteldistanz und zwingt Chemnitz zu Contested-Shots. „Wir haben die offenen Würfe bekommen, die wir wollten, aber sie sind nicht gefallen“, erklärt Pastore. „Im entscheidenden Moment fehlte uns die mentale Frische.“

Deutschland ist raus – frankreich wartet auf ljubljana

Mit dem Aus der Niners endet die letzte deutsche Hoffnung im EuroCup. Kein Bundesligist steht noch in Europas zweitem Wettbewerb. Für Ljubljana geht es nun gegen Bourg-en-Bresse, das Team, das vor zwei Jahren schon Bayern München aus dem Wettbewerb warf. Die Franzosen gewannen ihre Gruppe, haben Heimrecht im Rückspiel – und beobachten bereits Videoanalysen der Slowenen.

Für Chemnitz bleibt die bittere Erkenntnis: ein Viertel reicht, um eine ganze Saison zu beenden. Die Niners verlassen Ljubljana mit leeren Händen, aber mit der Gewissheit, dass sie 20 Minuten lang Europa gehört haben. Der Rest war ein einziger, langer Korbhappen.